17 March 2026, 12:09

Jobcenter scheitern trotz Kompetenz an der Integration von Langzeitarbeitslosen

Eine Liniengrafik, die Trends bei der Gesamtzahl der Arbeitslosen, Stellenangebote und Kündigungen zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Für fast jeden zweiten Menschen ist ein Besuch beim Jobcenter sinnlos - Jobcenter scheitern trotz Kompetenz an der Integration von Langzeitarbeitslosen

Eine neue Studie der Bertelsmann Stiftung zeigt, dass Langzeitarbeitslose in Deutschland die Mitarbeiter der Jobcenter grundsätzlich als kompetent und hilfsbereit bewerten. Gleichzeitig macht die Untersuchung jedoch deutlich, dass es weiterhin erhebliche Herausforderungen gibt, diese Menschen wieder in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Für die zwischen April und Juni 2025 durchgeführte Erhebung wurden über 1.000 Arbeitslose im Alter von 25 bis 50 Jahren befragt, die seit mindestens einem Jahr Bürgergeld erhalten.

Seit die Grundsicherung Bürgergeld im Januar 2023 das Hartz-IV-System abgelöst hat, ist die Eingliederung von Langzeitarbeitslosen in den Arbeitsmarkt ins Stocken geraten oder sogar rückläufig. Die Beschäftigungsquote dieser Gruppe sank von etwa 25–30 Prozent unter Hartz IV auf unter 20 Prozent bis Ende 2025. Gleichzeitig stieg die Zahl der Leistungsbezieher von 5,5 Millionen auf 5,8 Millionen – was den Druck auf die Jobcenter weiter erhöht. Kritiker führen die gelockerten Sanktionen als möglichen Grund für diese Entwicklung an.

Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass 46 Prozent der Langzeitarbeitslosen mit mehreren Vermittlungshemmnissen konfrontiert sind, etwa gesundheitlichen Problemen oder fehlenden Qualifikationen. Fast die Hälfte gab zudem an, dass Besuche im Jobcenter ihre Jobchancen kaum verbessert hätten. Trotz dieser Schwierigkeiten bleibt die Zufriedenheit mit der Arbeit der Mitarbeiter hoch.

Um diese Probleme zu lösen, empfiehlt die Bertelsmann Stiftung gezieltere Fördermaßnahmen. Dazu gehören verstärkte Coachings, Qualifizierungsangebote und direkte Arbeitsvermittlungen. Der Bericht schlägt außerdem vor, dass Jobcenter bei Arbeitslosen ohne größere Vermittlungshemmnisse stärker auf eigenständige Stellensuche drängen sollten – selbst wenn dies die Zufriedenheit mit der Betreuung verringert. Ziel ist es, die Fachkräfte in den Jobcentern zu entlasten, damit sie sich auf diejenigen konzentrieren können, die vor größeren Herausforderungen stehen.

Als Reaktion auf diese Befunde verabschiedete der Bundestag im März 2025 eine Sozialreform. Ab dem 1. Juli 2026 wird das Bürgergeld durch ein strengeres System ersetzt, in dem Leistungsbezieher bei mangelnder Kooperation mit deutlichen Kürzungen rechnen müssen.

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Die Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit wirksamerer Strategien in den Jobcentern, insbesondere für Menschen mit komplexen Vermittlungshemmnissen. Mit dem neuen Sozialsystem, das strengere Regeln vorsieht, rückt die Balance zwischen Unterstützung und Eigenverantwortung in den Fokus. Die Reformen zielen darauf ab, den aktuellen Rückgang der Beschäftigungsquoten bei Langzeitarbeitslosen umzukehren.

Quelle