01 February 2026, 04:19

Karneval in Rottenburg: Warum "Saubloder" aus Schweine- und Rinderblasen so laut knallen

Eine alte Werbung für Gabriel Snubbers mit einer Kuh, einer Person, Bäumen und einem bewölkten Himmel, mit dem Text "Gabriel Snubber's Save Your Car" unten.

Stinkend und laut - der seltsame Brauch mit Schweinsblasen - Karneval in Rottenburg: Warum "Saubloder" aus Schweine- und Rinderblasen so laut knallen

Jedes Jahr zur Karnevalszeit in Rottenburg am Neckar, Baden-Württemberg, lebt eine laute Tradition weiter: die Verwendung von "Saublodern" – mit Luft aufgeblasenen Schweine- und Rinderblasen. Diese Lärmmacher, die an Tierteile gebunden werden, erzeugen beim kräftigen Aufschlagen auf den Boden während der Umzüge ein scharfes Knallgeräusch. Der Brauch, reich an Symbolik, hat sich im Laufe der Zeit gewandelt, da einige Zünfte mittlerweile auf Rinderblasen ausweichen.

Die Vorbereitung eines jeden "Saubloders" beginnt damit, dass Metzger den Karnevalsvereinen Schweine- und Rinderblasen zur Verfügung stellen. Bevor diese aufgeblasen werden, müssen sie entleert, in Lake eingeweicht und gründlich gereinigt werden. Anschließend prüfen Kontrolleure die Blasen auf Mängel, um sicherzustellen, dass nur robuste Exemplare verwendet werden.

Sobald die Blasen vorbereitet sind, werden sie mit Druckluft aufgeblasen und an einen "Hagenschwanz" gebunden – einen Stier- oder Kuhschwanz oder auch die Geschlechtsteile dieser Tiere, die ebenfalls von Metzgern stammen. Werden sie mit Schwung auf den Boden geschlagen, entsteht ein lautes, erschreckendes Knallen. Dieser charakteristische Klang, ein Markenzeichen der Feierlichkeiten, hallt während der Umzüge durch die Straßen.

Traditionell steht die Schweineblase für Eitelkeit und Übermaß und passt damit zu den Karnevalsthemen Spott und Ausgelassenheit. Allerdings nutzen sich die Blasen schnell ab und halten meist nur zwei oder drei Umzüge, bevor sie ersetzt werden müssen. Als Reaktion darauf sind einige Zünfte auf Rinderblasen umgestiegen, die größer, widerstandsfähiger und langlebiger sind. Dieser Wandel gewinnt an Beliebtheit, auch wenn keine genauen Zahlen vorliegen, wie viele Vereine den Wechsel bereits vollzogen haben. Die Praxis variiert in den Karnevalshochburgen wie Rottweil, Stuttgart oder dem Schwarzwald – keine Region zeigt dabei bisher eine klare Präferenz, Stand 2026.

Der Brauch der "Saubloder" bleibt ein lärmender und symbolträchtiger Bestandteil der Karnevalsfeiern. Zwar stehen Schweineblasen nach wie vor im Mittelpunkt der Tradition, doch die zunehmende Nutzung von Rinderblasen spiegelt eine praktische Anpassung wider. Der Wandel sorgt dafür, dass die knallenden Geräusche auch in den kommenden Jahren die Umzugsteilnehmer und Zuschauer begeistern werden.