Krankenkassen debattieren über mögliche Beitragssenkungen bis 2030
Philipp HartmannKrankenkassen debattieren über mögliche Beitragssenkungen bis 2030
Vertreter der größten gesetzlichen Krankenkassen Deutschlands haben sich zu möglichen Beitragssenkungen geäußert. Zwar seien Kürzungen nicht garantiert, unter bestimmten Voraussetzungen könnten sie jedoch realistisch werden. Sowohl die DAK-Gesundheit als auch die Techniker Krankenkasse (TK) haben die notwendigen Schritte für niedrigere Beiträge skizziert.
Andreas Storm, Vorstandsvorsitzender der DAK-Gesundheit, lehnte immediate Beitragssenkungen mit Verweis auf den aktuellen Gesetzentwurf als unrealistisch ab. Er betonte, dass zunächst eine Kostenverlagerung erfolgen müsse. Konkret schlug er vor, dass der Bund schrittweise bis 2030 die Krankenversicherungsbeiträge für Grundsicherungsempfänger übernehme – dann wäre eine Senkung der Beiträge um 0,5 Prozentpunkte denkbar.
Storm präzisierte zudem, dass eine solche Reduzierung nur möglich sei, wenn die Steuergelder diese Leistungen vollständig abdeckten. Ohne diese Änderung, so seine Argumentation, blieben niedrigere Sätze außer Reichweite.
Jens Baas, Vorstandsvorsitzender der Techniker Krankenkasse, unterstrich ebenfalls die Notwendigkeit eines dauerhaften politischen Engagements. Er warnte davor, die Gesundheitsreform zu verwässern, und forderte die Abgeordneten auf, die geplanten Änderungen konsequent umzusetzen. Baas nannte zwei Hebel, über die Einsparungen möglich wären und die Beitragssenkungen ermöglichen könnten: eine gerechtere Finanzierung der Gesundheitskosten für Sozialleistungsempfänger sowie geringere Ausgaben für Arzneimittel.
Beide Führungskräfte waren sich einig, dass der Weg zu niedrigeren Beiträgen zwar gangbar sei, dafür aber klare finanzielle Anpassungen und eine konsequente Reformumsetzung erforderlich wären.
Die vorgeschlagenen Änderungen hängen davon ab, ob es gelingt, bestimmte Gesundheitskosten auf den Bundeshaushalt zu verlagern und den Reformkurs beizubehalten. Werden diese Bedingungen erfüllt, könnten Versicherte bis zum Ende des Jahrzehnts mit einer moderaten Senkung ihrer Beiträge rechnen. Die endgültige Entscheidung wird von den legislativen Weichenstellungen der kommenden Monate abhängen.






