Kriminalität in Niedersachsen sinkt – doch Messerangriffe steigen auf Rekordniveau
Finn WagnerWeniger Straftaten, aber mehr Messerangriffe - Kriminalität in Niedersachsen sinkt – doch Messerangriffe steigen auf Rekordniveau
Niedersachsen verzeichnet zweiten Rückgang der Kriminalität in Folge – doch Messerangriffe erreichen neuen Höchststand
In Niedersachsen ist die Gesamtkriminalität zum zweiten Mal in Folge zurückgegangen. 2025 registrierten die Behörden 506.634 Straftaten – ein Rückgang um 4,28 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Trotz dieses positiven Trends erreichten Messerangriffe jedoch einen neuen Höchststand: Sie stiegen um 4,26 Prozent auf 3.185 Fälle.
Innenministerin Daniela Behrens verwies auf gemischte Entwicklungen in der aktuellen Kriminalstatistik. Zwar habe die Legalisierung von Cannabis zu einem Rückgang der damit verbundenen Straftaten um 5.572 Fälle geführt, doch warnte sie, dass die illegale Nachfrage das legale Angebot weiterhin übersteige. Als Reaktion auf die zunehmende Gewalt verschärft das Ministerium nun die Sicherheitsvorkehrungen.
Laut dem jüngsten Bericht ging die Gesamtzahl der Straftaten in Niedersachsen zurück. Mit 506.634 Fällen im Jahr 2025 setzt sich damit der Abwärtstrend aus dem Vorjahr fort. Ministerin Behrens äußerte die Hoffnung, dass das Land bald zu den sichersten Regionen Deutschlands zählen könnte.
Doch die Zahlen zu Messergewalt erzählen eine andere Geschichte: Die Angriffe stiegen um 130 Fälle auf 3.185 – ein Anstieg von 4,26 Prozent. Die meisten Vorfälle betrafen Bedrohungen, von denen 1.739 registriert wurden. Von den Tatverdächtigen waren 87 männlich. Schwere Verletzungen durch Messer gingen leicht zurück und sanken um 112 auf 766 Fälle.
Die Entkriminalisierung von Cannabis trug maßgeblich zum Rückgang der Gesamtkriminalität bei. Durch die neuen Regelungen wurden 5.572 Straftaten weniger verzeichnet als noch 2024. Behrens betonte jedoch, dass der Schwarzmarkt weiterhin eine starke Nachfrage verzeichne und damit die legale Struktur untergrabe.
Als Reaktion auf die steigende Gewalt wird das Ministerium Waffen in allen Bereichen des öffentlichen Nahverkehrs verbieten. Das Verbot gilt für Busse, Züge, Fähren, Bahnhöfe, Haltestellen und Unterführungen. Zwar sehen die Behörden keinen direkten Zusammenhang zwischen dem Anstieg der Messerangriffe und dem Verkehrsnetz, doch soll die Maßnahme die öffentliche Sicherheit erhöhen.
Niedersachsens Kriminalitätsrate sinkt seit zwei Jahren – doch die Messerangriffe nehmen weiter zu. Das neue Waffenverbot in öffentlichen Verkehrsmitteln spiegelt die wachsende Sorge über gewalttätige Vorfälle wider. Gleichzeitig haben die Änderungen in der Cannabispolitik zwar zu weniger Straftaten geführt, die illegale Nachfrage aber nicht eingedämmt.