Linksextremer gestand Molotowcocktail-Anschlag auf AfD-nahes Haus mit sechs Schlafenden
Finn WagnerLinksextremer gestand Molotowcocktail-Anschlag auf AfD-nahes Haus mit sechs Schlafenden
Ein 23-jähriger Mann muss sich derzeit vor dem Landgericht Hechingen wegen versuchten Mordes und Brandstiftung verantworten. Der als linksextremist geltende Tobias K. gestand, im Oktober vergangenen Jahres in Leibertingen (Baden-Württemberg) mehrere Molotowcocktails gezündet zu haben. Der Fall sorgt aufgrund der Schwere der Vorwürfe und des politischen Hintergrunds der Tat für Aufsehen.
Auslöser des Vorfalls war nach Angaben von Tobias K. der Anblick von AfD-Parolen auf einem geparkten Fahrzeug, den er als Provokation empfand. Kurze Zeit später steckte er das Auto der Lebensgefährtin von Michael K., einem örtlichen Unternehmer und ehemaligen AfD-Politiker, in Brand.
Anschließend warf er einen zweiten Molotowcocktail auf ein benachbartes Wohnhaus, in dem sich zum Zeitpunkt der Tat sechs schlafende Personen befanden. Die Staatsanwaltschaft geht von einer vorsätzlichen Handlung aus, mit der Tobias K. schwere Körperverletzung oder sogar den Tod der Insassen billigend in Kauf nahm. Die Staatsschutzabteilung der Staatsanwaltschaft Stuttgart stuft die Tat zwar als linksextremistisch motiviert ein, geht jedoch davon aus, dass der Angeklagte allein handelte.
In seinen Vernehmungen gab Tobias K. an, sein langjähriger Drogen- und Alkoholkonsum seit der Jugend habe sein Verhalten beeinflusst. Der Prozess ist auf vier Verhandlungstage angesetzt; mit einem Urteil wird Mitte April gerechnet.
Unterdessen hat sich die politische Position der AfD in Baden-Württemberg seit dem Anschlag nicht grundlegend verändert. Der Verfassungsschutz stuft die Partei weiterhin als rechtsextrem ein, doch ihr Wählerzuspruch wächst kontinuierlich. Bei der Landtagswahl am 8. März 2026 erreichte die AfD 18,8 Prozent der Stimmen – ein Plus von 9,1 Prozentpunkten im Vergleich zu vorherigen Wahlen – und war damit größter Gewinner. Bereits in Umfragen zu Beginn des Jahres 2026 hatte die Partei stetig zugelegt und lag zwischen 15 und 18 Prozent.
Das Gericht wird nun entscheiden, ob Tobias K. wegen versuchten Mordes und Brandstiftung verurteilt wird. Im Falle einer Verurteilung drohen ihm erhebliche rechtliche Konsequenzen. Der Prozess wirft zudem ein Schlaglicht auf die anhaltenden Spannungen zwischen politischem Extremismus und öffentlicher Sicherheit in der Region.






