Mainzer Stadtrat erhält ersten "Dummen August"-Preis für Mut und Humor
Mainzer Stadtrat erhält ersten "Dummen August"-Preis für Mut und Humor
Erster "Dummer August"-Preis geht an Mainzer Stadtrat Martin Malcherek
Der erstmals verliehene Dummer-August-Preis wurde an Martin Malcherek überreicht, einen linksgerichteten Stadtrat aus Mainz. Die vom Verein Rettet das Römische unsere Website gestiftete Auszeichnung würdigt seinen Einfallsreichtum, seinen Humor und seinen furchtlosen Umgang mit dem öffentlichen Leben. Die Preisverleihung fand im Rahmen der jährlichen Karnevalsfeierlichkeiten statt, wo Tradition und Satire in farbenfrohen Darbietungen aufeinandertreffen.
Der Dumme August – oder wörtlich "Dummer August" – ist eine seit dem 19. Jahrhundert fest im Mainzer Karneval verankerte Figur. Ursprünglich als pfeiferauchender Narr, der das Bürgertum verspottete, geht seine Entwicklung auf mittelalterliche Hofnarren und Gaukler des 18. Jahrhunderts zurück. Seine Wurzeln reichen noch weiter: Inspiriert von antiken römischen und griechischen Traditionen. Der römische Satur, ein satyrähnlicher Narr der Saturnalien, trug Hörner und Schellen, während der griechische Momus, Gott der Spottlust, die Rolle des Clowns als wahrheitsverkündender "Idiot" während der Fasching prägte.
Bei der Verleihung überreichte Dirk Loomans, Präsident des Karneval Club Kastel (KCK), die Auszeichnung – verkleidet als Bajazzo, ein würdevoller weißer Clown. Loomans bezeichnete den Dummen August als unverzichtbaren Teil des Karnevals: Seine Verletzlichkeit und unangenehmen Fragen stellten gesellschaftliche Normen infrage. Malcherek entwarf in seiner Dankesrede das Bild eines Landes, in dem bunte Fahnen für immer wehen und kostümierte Menschenmengen frei durch die Straßen ziehen.
Der Mainzer Karneval selbst bietet eine ganze Palette an Clowns – von scharfzüngigen Satirikern bis zu feinsinnigen Kritikern. Schon in der Antike gab es mindestens vier Typen, darunter den Centunculus, die Deliciae und den Stupidus. Doch der Dumme August bleibt der unangefochtene Liebling des Publikums: ein tollpatschiger, grimassenschneidender Geselle, der zwar durch die Feierlichkeiten stolpert, aber tiefgründige Symbolkraft trägt. Der Preis ehrt Malchereks Mischung aus Mut, Kreativität und kindlicher Unschuld – allesamt Merkmale des zeitlosen Clown-Erbes.
Die Auszeichnung unterstreicht die Doppelfunktion des Dummen August als Unterhalter und Provokateur, verwurzelt in jahrhundertealter Karnevalstradition. Malchereks Würdigung verbindet moderne politische Courage mit der uralten Kunst, durch Humor Wahrheiten zu sagen. Gleichzeitig zeigt der Preis, wie Clowns in all ihren Facetten gesellschaftliche Widersprüche spiegeln – lange nach ihren historischen Anfängen.
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