Metall- und Elektroindustrie in Deutschland bricht dramatisch ein – 300.000 Jobs verloren
Leni SchulzMetall- und Elektroindustrie in Deutschland bricht dramatisch ein – 300.000 Jobs verloren
Deutschlands Metall- und Elektroindustrie erlebte im April einen deutlichen Einbruch. Die Beschäftigtenzahl im Sektor sank auf 3,746 Millionen – der stärkste monatliche Rückgang seit Mitte 2020. Auch Produktion und Aufträge gingen zurück, was auf eine breitere wirtschaftliche Belastung hindeutet.
Die Beschäftigung im Sektor verringerte sich saisonbereinigt um 15.600 Stellen. Damit belaufen sich die Gesamtverluste seit 2019 auf über 300.000 Arbeitsplätze. Die aktuelle Produktion liegt weiterhin 15 Prozent unter dem Niveau von 2018.
Die Produktion in der Metall- und Elektroindustrie sank im Vergleich zu den vorherigen drei Monaten um 2,0 Prozent. Im Vorjahresvergleich betrug der Rückgang 2,7 Prozent. Die Neuaufträge für die Branche brachen gegenüber März um 5,4 Prozent ein – stärker als von Analysten prognostiziert. Zudem wurden die März-Zahlen nachträglich nach unten korrigiert, was die Sorgen weiter verstärkt.
Die Industrieaufträge in ganz Deutschland gingen im April im Vergleich zum Vormonat um 3,8 Prozent zurück. Über die drei Monate bis April 2026 betrug der Rückgang 3,1 Prozent. Die Kapazitätsauslastung in der Metall- und Elektroindustrie lag bei nur 79 Prozent – deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt von 85 Prozent. Gleichzeitig stiegen die Unternehmensinsolvenzen stark an: Im Mai 2025 wurden 1.518 Fälle verzeichnet, ein Anstieg von 57 Prozent gegenüber dem Durchschnitt der Vorkrisen-Maizahlen.
Beschäftigung, Produktion und Aufträge im Sektor schrumpfen weiter, die Kapazitätsauslastung bleibt schwach, und die Insolvenzen nehmen zu. Diese Entwicklungen deuten auf anhaltende Herausforderungen für den deutschen Industriestandort hin.






