25 February 2026, 00:12

Neuer Bischofskonferenz-Chef Wilmer steht vor Reformen und Missbrauchsaufarbeitung

Ein Schwarz-Weiß-Foto eines Mannes in Priesterkleidung, der als erster Bischof der katholischen Kirche gilt, mit einem weißen Gewand mit schwarzer Kragen und Manschetten, einem schwarzen Hut mit einer weißen Feder und einem ernsten Gesichtsausdruck.

Neuer Bischofskonferenz-Chef Wilmer steht vor Reformen und Missbrauchsaufarbeitung

Der Hildesheimer Bischof Heiner Wilmer ist zum neuen Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz gewählt worden. Er löst damit Bischof Georg Bätzing aus Limburg ab, der das Amt sechs Jahre lang innehatte. Wilmers Ernennung erfolgt zu einer Zeit, in der die katholische Kirche in Deutschland weiterhin mit den langjährigen Problemen sexuellen Missbrauchs und notwendiger Reformen ringt.

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Der 1961 geborene Wilmer trat 1980 dem Orden der Herz-Jesu-Priester bei. Nach einem Studium der Theologie und Geisteswissenschaften in Freiburg, Paris und Rom leitete er von 1998 bis 2007 das katholische Gymnasium Leoninum in Handrup. Während seiner Amtszeit dort geriet er in die Kritik, weil er einen Fall sexueller Belästigung durch einen Lehrer unzureichend gehandhabt hatte. Der beschuldigte Lehrer blieb bis 2014 an der Schule und ist inzwischen verstorben. Wilmer räumte später ein, das Opfer nicht ausreichend unterstützt zu haben.

Sein Bistum Hildesheim gilt als Vorreiter progressiver Führung, unter anderem durch die Vergabe zentraler Führungspositionen an Frauen. Wilmer selbst wird als Brückenbauer zwischen konservativen und reformorientierten Kräften in der Kirche wahrgenommen. Er setzt sich offen für eine Modernisierung der katholischen Sexualmoral ein und befürwortet die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare.

Seit 2020 treibt die deutsche katholische Kirche mit dem Synodalen Weg strengere Präventionsregeln gegen Missbrauch und unabhängige Kontrollmechanismen voran. Über 50 Millionen Euro wurden bisher aus Entschädigungsfonds an Opfer ausgezahlt, während Reformen des Kirchenrechts die Verantwortlichkeiten klären sollen. Wilmer übernimmt nun eine nationale Führungsrolle, in der die Aufarbeitung historischer Missbrauchsfälle weiterhin höchste Priorität genießt.

Seine Wahl markiert einen Wandel in der Deutschen Bischofskonferenz: Mit Wilmer übernimmt ein Mann das Amt, der sowohl für reformerische Ansichten als auch für vergangene Kontroversen bekannt ist. Seine Amtszeit wird voraussichtlich im Zeichen der Umsetzung der neuen Missbrauchspräventionsmaßnahmen stehen – begleitet von den anhaltenden Debatten über kirchliche Lehren. Die Position rückt ihn in den Mittelpunkt der Bemühungen, das Vertrauen in die Institution wiederherzustellen.