07 March 2026, 18:07

Niedersachsen führt ökumenisches Schulfach Christliche Religion ein

Maria Mutter Gottes Pfarrschule mit Fenstern, Geländern, Treppen, Topfpflanzen, Bannern und einem bewölkten Himmel im Hintergrund.

Niedersachsen führt ökumenisches Schulfach Christliche Religion ein

Niedersachsen führt ab August 2026 neues Schulfach Christliche Religion ein

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Ab August 2026 wird Niedersachsen ein neues Schulfach namens Christliche Religion einführen. Dieser einzigartige Lehrplan ersetzt den bisher getrennten evangelischen und katholischen Religionsunterricht für die Klassen 1 bis 10 durch einen gemeinsamen, bekennensorientierten Ansatz. Im Mittelpunkt stehen biblische Geschichten, christliche Traditionen und persönliche Glaubenserfahrungen.

Kritiker hatten Bedenken geäußert, nachdem frühe Entwürfe Themen wie Scharia-Recht, UN-Klimaziele und sexuelle Orientierung enthielten. Einige warfen dem Konzept vor, Jesus in den Hintergrund zu drängen. Bildungsministerin Julia Willie Hamburg (parteilos) wies diese Vorwürfe als irreführend zurück und betonte, der Lehrplan bleibe fest in der christlichen Lehre verankert.

Das neue Fach entstand in enger Zusammenarbeit zwischen den evangelischen Landeskirchen, katholischen Diözesen und der Landesregierung. Anders als in anderen Bundesländern führt Niedersachsen damit bisher getrennte konfessionelle Unterrichtsangebote zu einem ökumenischen Fach zusammen. Dennoch bleiben traditionelle, eigenständige evangelische und katholische Religionsstunden parallel bestehen.

Der Lehrplan legt den Schwerpunkt auf christliche Erzählungen, biblische Texte und theologische Traditionen. An weiterführenden Schulen werden Schülerinnen und Schüler zusätzlich erforschen, wie christliche Werte mit anderen Religionen und Weltanschauungen in Beziehung stehen. Ministerin Hamburg unterstrich, die finalen Stundenpläne seien praxisnah, alltagsrelevant und tief in der christlichen Glaubenslehre verwurzelt.

Die endgültige Freigabe des Lehrplans erfolgt nach einer Konsultationsphase gemeinsam mit den Kirchen. Die Entwürfe hatten für Diskussionen gesorgt, nachdem Medienberichte nahelegten, das Fach werde christliche Lehren vernachlässigen. Hamburg stellte klar, dass der Kerninhalt weiterhin auf dem Glauben basiere – zusätzliche Themen dienten lediglich der Einordnung und ersetzten keine religiöse Unterweisung.

Das Fach wird ab dem Schuljahr 2026/27 flächendeckend an Niedersachsens Grund- und weiterführenden Schulen eingeführt. Es handelt sich um das erste ökumenische, bekennensorientierte Fach Christliche Religion in einem deutschen Bundesland, das für alle Jahrgangsstufen konzipiert ist. Der finalisierte Lehrplan, sobald verabschiedet, wird prägen, wie Schülerinnen und Schüler christliche Lehren im Kontext weitergehender ethischer und gesellschaftlicher Debatten behandeln.

Quelle