Niedersachsen will bis 2026 regionales Bio-Siegel einführen, um den ökologischen Landbau zu stärken
Admin UserNiedersachsen will bis 2026 regionales Bio-Siegel einführen, um den ökologischen Landbau zu stärken
Ökologischer Landbau in Deutschland ist vor allem auf weniger fruchtbaren Böden und Dauergrünland zu finden, mit Schwerpunkten im Nordosten und Süden. Doch der Biomarkt sieht sich mit Herausforderungen konfrontiert – etwa durch den Ukraine-Krieg und die Inflation. In Niedersachsen laufen derzeit Pläne, bis 2026 ein regionales Bio-Siegel einzuführen, um heimische Betriebe zu stärken. Trotz des Potenzials hinkt Niedersachsen beim Ökolandbau hinterher: Bis 2025 wird der Anteil voraussichtlich nur bei 6 Prozent liegen – und damit deutlich unter dem angestrebten Ziel von 10 Prozent. Ein Hindernis ist die starke Stellung der konventionellen Landwirtschaft im Land, die über etablierte Strukturen und Absatzmärkte verfügt. Hohe Investitionskosten, lange Umstellungszeiten und unsichere Erträge erschweren den Wechsel zusätzlich. Zudem wirkt sich die hohe Bodenqualität, die für die konventionelle Landwirtschaft ein Vorteil ist, auf den Ökolandbau eher abschreckend aus – wegen möglicher Ertragsunterschiede. Bayern und Baden-Württemberg sind beim Ökolandbau führend und vereinen über 56 Prozent der deutschen Bio-Fläche auf sich. Niedersachsen jedoch verzeichnete in sechs der letzten acht Jahre ein stärkeres Wachstum der Bio-Flächen als der Bundesschnitt. Besonders erfolgreich ist der Ökolandbau hier in der Tierhaltung: Jede zweite Bio-Ei stammt aus dem Land. Obwohl Niedersachsen beim Ausbau des Ökolandbaus noch vor Herausforderungen steht, sollen Initiativen wie das geplante regionale Bio-Siegel die heimische Wirtschaft fördern. Trotz des zögerlichen Fortschritts zeigt das Land ein vielversprechendes Wachstum bei den Bio-Flächen und ist Spitzenreiter in der Produktion von Bio-Eiern. Werden die Hürden abgebaut und die Stärken des Landes genutzt, könnte der Ökolandbau in Niedersachsen weiter an Fahrt aufnehmen.