Niedersachsens Apotheken kämpfen ums Überleben – Drohen flächendeckende Schließungen?
Philipp HartmannNiedersachsens Apotheken kämpfen ums Überleben – Drohen flächendeckende Schließungen?
Apotheken in Niedersachsen steuern auf eine verschärfte Finanzkrise zu – Schließungen drohen die medizinische Versorgung zu gefährden
Der Niedersächsische Landesapothekerverband (LAV) fordert von der Bundesregierung umgehend Maßnahmen, um die seit Langem versprochenen Erhöhungen der Festbeträge für Apotheken umzusetzen. Ohne eine schnelle Anpassung der Finanzierung drohten schwerwiegende Folgen für die Patientenversorgung in der gesamten Region, warnt der Verband.
Die LAV wirft der Bundesregierung vor, ihre Zusagen seit Jahren nicht einzulösen. Trotz wiederholter Anerkennung der Krise – auch durch das Bundesgesundheitsministerium – seien bisher keine Schritte unternommen worden, um die Vergütung der Apotheken zu erhöhen. Jahrelange Stagnation bei den Zuwendungen habe viele Apotheken an den Rand ihrer Existenz gebracht. Selbst der Erhalt des Grundbetriebs sei für zahlreiche Standorte kaum noch möglich, von einer Ausweitung der Dienstleistungen ganz zu schweigen.
Berend Groeneveld, Vorsitzender des Verbandes, betonte, dass weitere Verzögerungen die Schließungswelle beschleunigen würden. Patienten müssten dann längere Wege für lebensnotwendige Medikamente in Kauf nehmen, und die flächendeckende Arzneimittelversorgung gerate ins Wanken. Zwar habe die Landesregierung unter Gesundheitsminister Dr. Andreas Philippi (SPD) die Dramatik der Lage erkannt, doch fehle ihr die Kompetenz, allein zu handeln.
Der LAV kündigte nun an, die Öffentlichkeitsarbeit zu intensivieren, sollte es bei den Vergütungsanpassungen nicht zügig vorangehen. Die Apotheker argumentieren, dass stabile Finanzierung nicht nur für die aktuellen Aufgaben unverzichtbar sei, sondern auch, um künftige erweiterte Gesundheitsleistungen anbieten zu können.
Ohne die zugesagten Erhöhungen der Festbeträge könnten in den kommenden Monaten weitere Apotheken in Niedersachsen schließen. Dies würde die lokale Arzneimittelversorgung verschlechtern und die verbleibenden Einrichtungen zusätzlich belasten. Der Verband pocht darauf, dass jetzt gehandelt werden muss, um bleibende Schäden an der gesundheitlichen Infrastruktur abzuwenden.






