06 January 2026, 12:18

Niedersachsens Krankenhäuser kämpfen mit Gewaltwelle und Finanznot im Jahr 2025

Ein Krankenhausgebäude mit mehreren Fahrzeugen, Bäumen und einem Zaun davor.

Krankenhäuser klagen über Gewalt gegen Personal - Niedersachsens Krankenhäuser kämpfen mit Gewaltwelle und Finanznot im Jahr 2025

Krankenhäuser in Niedersachsen leiden unter wachsendem Finanzdruck und einer dramatischen Zunahme von Gewalt gegen Mitarbeiter

Eine aktuelle Umfrage der Niedersächsischen Krankenhausgesellschaft (NKG) zeigt: Mehr als die Hälfte der Krankenhäuser im Land rechnet damit, das Jahr 2025 mit einem Defizit abzuschließen. Gleichzeitig berichten über 70 Prozent der Einrichtungen von einem Anstieg verbaler und körperlicher Angriffe auf Beschäftigte in den vergangenen fünf Jahren.

Die Ergebnisse verdeutlichen eine sich verschärfende Krise: Finanzielle Belastungen und mangelnde Arbeitssicherheit entwickeln sich zu zentralen Problemen für das Gesundheitspersonal in ganz Niedersachsen.

Die NKG führte die Erhebung zwischen August und September 2025 durch und erhielt Antworten von 130 der 161 zugelassenen Krankenhäuser des Landes – das entspricht etwa 90 Prozent der planbaren Betten. Dabei gab 72 Prozent der teilnehmenden Häuser an, einen deutlichen oder moderaten Anstieg gewalttätiger Vorfälle verzeichnet zu haben; keine Einrichtung meldete einen Rückgang. Besonders häufig betroffen sind Pflegekräfte sowie Mitarbeiter in Notaufnahmen.

Einige Krankenhäuser haben bereits Gegenmaßnahmen ergriffen: Sie stellen Sicherheitspersonal ein, rüsten Panikknöpfe nach und bieten Schulungen zur Deeskalation an. Dennoch hinterlassen die Vorfälle weiterhin Spuren – viele Betroffene leiden unter langfristigen psychischen Folgen. Einige Mitarbeiter haben versetzt werden wollen oder den Krankenhausdienst ganz verlassen.

Hinzu kommen die finanziellen Schwierigkeiten: Über die Hälfte der befragten Häuser erwartet, das Jahr mit Verlusten abzuschließen. Übermäßige Bürokratie und chronische Unterfinanzierung binden Ressourcen, die eigentlich in die Patientenversorgung fließen sollten – und verschärfen so die Herausforderungen für die Einrichtungen.

Die Umfrage legt eine doppelte Krise im niedersächsischen Gesundheitswesen offen: Steigende Gewalt und anhaltende finanzielle Instabilität. Da mehr als 70 Prozent der Krankenhäuser mehr Angriffe verzeichnen und über die Hälfte im Minus wirtschaftet, ist dringender Handlungsbedarf geboten. Die Häuser stehen vor der schwierigen Aufgabe, Sicherheitsvorkehrungen und wirtschaftliches Überleben unter einen Hut zu bringen – und das mit Blick auf das Jahr 2026.