Nordzucker kämpft mit Millionenverlusten durch fallende Zuckerpreise
Noah JägerNordzucker fürchtet hohe Verluste trotz stabiler Kampagne - Nordzucker kämpft mit Millionenverlusten durch fallende Zuckerpreise
Die Zuckerpreise sind auf den niedrigsten Stand seit 2021 gefallen und setzen die Produzenten stark unter Druck. Der europäische Zuckerriesen Nordzucker kämpft nun mit schweren finanziellen Verlusten aufgrund des Preisverfalls. Das Unternehmen hat eilige Sparmaßnahmen angekündigt, um seine Finanzen zu stabilisieren.
Trotz guter Wetterbedingungen und eines höheren Zuckergehaltes in den Ernten verzeichnete Nordzucker in diesem Jahr zwar eine starke Produktion – die Rübenerträge lagen gruppenweit deutlich über dem Durchschnitt, und in Australien wurden 4,8 Millionen Tonnen Rohr verarbeitet. Dennoch rechnet das Unternehmen im laufenden Geschäftsjahr mit einem operativen Verlust im hohen zweistelligen Millionenbereich.
CEO Lars Gorissen machte für die Verluste die niedrigen Weltmarktpreise und Überkapazitäten in der Produktion verantwortlich. Als Gegenmaßnahmen will Nordzucker die Kosten durch strengere Effizienzprogramme senken, die Verwaltungsausgaben kürzen und die Investitionspläne anpassen. Zudem werden die Preise für Zuckerrüben für Landwirte gesenkt, begleitet von einer sofortigen Kostensenkungsinitiative.
Das Unternehmen, das an 19 Standorten in Europa und Australien rund 4.100 Mitarbeiter beschäftigt, warnt, dass die Verluste voraussichtlich bis ins Geschäftsjahr 2026/27 anhalten werden. Die Unternehmensführung strebt jedoch an, durch eigene Umstrukturierungsmaßnahmen bis 2027/28 wieder in die Gewinnzone zurückzukehren.
Auch die deutschen Werke von Nordzucker in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt werden in die Sparmaßnahmen einbezogen. Die Maßnahmen erfolgen zu einer Zeit, in der die Zuckerbranche mit Überproduktion und fallenden Preisen zu kämpfen hat. Die nächsten Schritte des Unternehmens werden entscheiden, ob es sich bis zum Ende des Jahrzehnts erholen kann.