09 March 2026, 14:12

Notfall-Herbizid gegen invasives Unkraut auf 300.000 Hektar freigegeben

Ein Feld mit hohem Gras und Wildblumen mit einer prominenten gelben Flockenblume in der Mitte, Bäume im Hintergrund und einem klaren blauen Himmel.

Notfall-Herbizid gegen invasives Unkraut auf 300.000 Hektar freigegeben

Deutschland hat ein Notfall-Herbizid zur Bekämpfung eines sich rasant ausbreitenden Unkrauts freigegeben, das Ernten bedroht. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) erteilte eine 120-tägige Zulassung für Permit, einen Wirkstoff zur Bekämpfung der Gelben Zypergrasart (Cyperus esculentus). Die invasive Pflanze bedeckt mittlerweile über 300.000 Hektar bundesweit, wobei allein Niedersachsen 250.000 Hektar der befallenen Flächen ausmacht.

Das Gelbe Zypergras hat sich zu einem schweren Problem für deutsche Landwirte entwickelt, insbesondere in Reihenkulturen wie Mais und Kartoffeln. Das Unkraut breitet sich aggressiv über unterirdische Triebe und Knollen aus und wird oft durch Landmaschinen auf neue Felder verschleppt. Seine rasante Ausbreitung zwang die Behörden nun zum Handeln.

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Die Notfallzulassung des BVL erlaubt den Einsatz von Permit für maximal 120 Tage. Dies ist bereits die zweite derartige Genehmigung – 2025 hatte es eine kleinere Freigabe gegeben. Damals wurden 1.050 Kilogramm des Herbizids auf 30.000 Hektar ausgebracht. In diesem Jahr stehen 3.500 Kilogramm zur Verfügung, ausreichend für die Behandlung von bis zu 100.000 Hektar.

Permit enthält den systemischen Wirkstoff Halosulfuron-methyl, der über Blätter und Wurzeln aufgenommen wird. Landwirte dürfen ihn mit maximal 35 Gramm pro Hektar einsetzen, aufgeteilt in zwei Behandlungen im Abstand von sieben bis zwölf Tagen. Allerdings ist der Einsatz auf drainierten Flächen aufgrund der NG-405-Beschränkung untersagt.

Dr. Dirk Wolber rät, Permit mit einer Vorauflaufbehandlung zu kombinieren und bei Bedarf eine Nachauflauf-Spritzung anzuschließen. Dieser Ansatz soll die Bekämpfung des hartnäckigen Unkrauts verbessern. Trotz der Notfallmaßnahmen liegen jedoch keine detaillierten Daten zur Verbreitung des ebenfalls problematischen Gelben Nieswurzes (Achillea ptarmica) auf den betroffenen 300.000 Hektar vor.

Die Notfallzulassung von Permit gibt Landwirten ein zeitlich begrenztes Werkzeug gegen das Gelbe Zypergras an die Hand. Bis zu 100.000 Hektar könnten nun behandelt werden, wobei die Einschränkungen für drainierte Flächen bestehen bleiben. Ohne weitere Gegenmaßnahmen droht die weitere Ausbreitung des Unkrauts, was in den kommenden Saison wichtige Kulturen gefährden könnte.

Quelle