03 February 2026, 14:15

Öffentlicher Dienst in Niedersachsen streikt für sieben Prozent mehr Lohn

Eine Gruppe von Menschen hält Fahnen und Fackeln in den Händen und ist von einem Feuer beleuchtet, das sie halten. Vor einem Gebäude mit Text steht die Gruppe.

Beamte protestieren vor dem Finanzministerium - Öffentlicher Dienst in Niedersachsen streikt für sieben Prozent mehr Lohn

Hunderte Beschäftigte des öffentlichen Dienstes versammelten sich vor dem Finanzministerium Niedersachsens, um höhere Löhne zu fordern. Die Protestaktion fand statt, während Gewerkschaften und Arbeitgeber in den Tarifverhandlungen weiterhin festgefahren sind – eine dritte Verhandlungsrunde ist für Februar in Potsdam angesetzt.

Mitarbeiter aus Einrichtungen wie der Medizinischen Hochschule Hannover oder regionalen Straßenbauämtern schlossen sich der Demonstration an. Sie verlangten eine Lohnerhöhung von sieben Prozent – mindestens jedoch 300 Euro mehr im Monat – sowie eine Anhebung der Einstiegsgehälter um 200 Euro und unbefristete Verträge für Auszubildende nach ihrer Qualifikation. Die Gewerkschaft Verdi, die den Protest organisierte, schätzte die Teilnehmerzahl auf etwa 800 Personen, während die Polizei von "mehreren Hundert" sprach.

Die Arbeitgeberseite bezeichnete die Forderungen als nicht finanzierbar und bot stattdessen eine Erhöhung knapp über der Inflationsrate über einen Zeitraum von 29 Monaten an. Der aktuelle Vorschlag würde bis März 2028 gelten, doch die Gewerkschaften kritisieren, dass er die seit Jahren stagnierenden Löhne nicht ausreichend berücksichtigt. Finanzminister Gerald Heere würdigte zwar die Leistungen der Beschäftigten, verwies jedoch auf die wirtschaftliche Stagnation als begrenzenden Faktor in den Verhandlungen.

Da vonseiten der Landesregierungen kein Gegenangebot vorliegt, hat Verdi die Streiks vor der nächsten Verhandlungsrunde verschärft. Vom 11. bis 13. Februar soll in Potsdam versucht werden, die Blockade zu durchbrechen.

Im Kern geht es um eine einheitliche Forderung nach höheren Löhnen im öffentlichen Dienst aller Bundesländer, rückwirkend ab November 2025. Mit Wiederaufnahme der Gespräche bleibt die Kluft zwischen den Gewerkschaftsforderungen und den Arbeitgeberangeboten groß. Das Ergebnis wird die Gehaltsanpassungen für Zehntausende Landesbedienstete in den kommenden Jahren maßgeblich prägen.