Ölpreise explodieren: Thyssenkrupp kämpft mit Rekordkosten und Aktien-Crash
Noah JägerÖlpreise explodieren: Thyssenkrupp kämpft mit Rekordkosten und Aktien-Crash
Die Ölpreise sind auf den höchsten Stand seit 2024 geklettert und belasten die Industrie schwer. Die Nordsee-Sorte Brent notiert mittlerweile bei rund 113 US-Dollar pro Fass, während der OPEC-Ölpreis auf 143 Dollar gestiegen ist. Der starke Anstieg folgt auf monatelange Eskalationen im Nahen Osten, die die Produktionskosten in die Höhe getrieben und die Aktienkurse unter Druck gesetzt haben.
Beim deutschen Stahlkonzern Thyssenkrupp brachen die Aktien innerhalb von nur 30 Tagen um fast ein Drittel ein. Das Unternehmen drosselt zudem die Produktion in einem französischen Werk, da es mit steigenden Kosten und der Konkurrenz durch günstigere Importe zu kämpfen hat.
Die Krise begann Anfang 2026, als sich die Spannungen zwischen dem Iran und westlichen Mächten zuspitzten. US-amerikanische und israelische Angriffe, iranische Vergeltungsmaßnahmen sowie Störungen in der Straße von Hormus trieben die Preise in die Höhe. Der Brent-Preis sprang von etwa 78 auf über 100 bis 106 Dollar pro Fass – ein Niveau, das zuletzt Mitte 2024 oder 2025 erreicht worden war. Vor den Nahost-Konflikten ab 2020 hatten die Preise noch deutlich niedriger gelegen, zwischen 40 und 60 Dollar, bedingt durch den pandemiebedingten Nachfrageeinbruch.
Der Aktienkurs von Thyssenkrupp ist inzwischen auf ein 52-Wochen-Tief von 7,46 Euro gefallen – ein Rückgang von rund 44 Prozent gegenüber dem Oktober-Hoch von 13,24 Euro. Die Probleme des Konzerns fallen zusammen mit einer Herabstufung der Wachstumsprognose für zyklische Industriewerte durch die Raiffeisen Bank für das Jahr 2026. Unterdessen hat Bundeskanzler Friedrich Merz Zweifel am rechtlich verbindlichen Kohleausstieg Deutschlands bis 2038 geäußert und mögliche Verzögerungen angedeutet.
Als Reaktion auf die Krise bereitet die Bundesregierung ein "Entlastungspaket für Spritpreise" vor. Zudem sollen Teile der nationalen Ölreserven freigegeben werden, um die Belastung für Unternehmen und Verbraucher zu verringern.
Der Ölpreeis-Schub zwingt Thyssenkrupp zur Produktionsdrosselung, während der Aktienkurs weiter abstürzt. Mit Brent bei 113 Dollar und OPEC-Öl bei 143 Dollar bleiben die Industriekosten hoch. Die geplanten Entlastungsmaßnahmen der Regierung zielen zwar auf eine Marktstabilisierung ab, doch energieintensive Branchen stehen weiterhin vor großen Herausforderungen.






