Ontras baut 100 Kilometer Wasserstoff-Pipelines für Deutschlands Kernnetz bis 2029
Finn WagnerOntras baut 100 Kilometer Wasserstoff-Pipelines für Deutschlands Kernnetz bis 2029
Die Ontras Gastransport GmbH hat einen großen Liefervertrag für den Bau von 100 Kilometern Wasserstoff-Pipelines im Rahmen des deutschen Wasserstoff-Kernnetzes unterzeichnet. Es handelt sich um die bisher größte Einzelbeschaffung des Unternehmens mit einem Vertragsvolumen im zweistelligen Millionenbereich. Nach Fertigstellung wird die Strecke einen zentralen Bestandteil der künftigen Wasserstoff-Infrastruktur Deutschlands bilden.
Die neuen Leitungen verbinden Salzgitter mit Angersdorf und schaffen damit zwei entscheidende Abschnitte der Fernleitung FGL 702. Der kommerzielle Wasserstofftransport soll im Dezember 2029 aufgenommen werden und die industrielle Nachfrage in mehreren Regionen bedienen.
Die Pipelines mit Durchmessern von DN 800 und DN 600 werden ab 2027 produziert. Die Planfeststellungsverfahren für beide Abschnitte sollen noch in diesem Jahr starten, der Bau ist für 2027 und 2028 vorgesehen. Teile der bestehenden FGL 702 könnten nach einer Fachprüfung ebenfalls für den Wasserstofftransport umgenutzt werden.
Die FGL 702 ist ein zentraler Bestandteil des H₂-Starter-Netzes von Ontras, das sich über rund 600 Kilometer erstreckt. Dieses Netz verknüpft wichtige Industriezentren, darunter das Rhein-Ruhr-Gebiet, Bayern (insbesondere München und Ingolstadt), Sachsen sowie den Raum Köln/Düsseldorf. Weitere Anbindungen sind für Chemiestandorte in Ludwigshafen und Stahlproduktionsstätten in Nordrhein-Westfalen geplant.
Das übergeordnete Wasserstoff-Kernnetz, das von der Bundesnetzagentur im Oktober 2024 genehmigt wurde, umfasst insgesamt 9.040 Kilometer. Bei Gesamtinvestitionskosten von 18,9 Milliarden Euro soll es bis 2032 schrittweise in Betrieb gehen. Ontras hat bereits erste Abschnitte aktiviert, darunter eine 25 Kilometer lange Wasserstoff-Pipeline im Energiewerk Bad Lauchstädt, die am 8. April 2025 den Betrieb aufnahm.
Das Projekt ermöglicht den Wasserstofftransport zwischen zentralen Industrie- und Energiestandorten. Ab Ende 2029 wird es die Energiewende in Deutschland hin zu saubereren Energiequellen unterstützen. Der Ausbau des Netzes schreitet voran, weitere Verbindungen und Modernisierungen sind in den kommenden Jahren geplant.






