23 May 2026, 18:07

Orange Bänke gegen Gewalt werden systematisch von Vandalen zerstört

"Ich bin ein einsamer Krieger"

Orange Bänke gegen Gewalt werden systematisch von Vandalen zerstört

Orangefarbene Bänke als Symbol gegen Gewalt – doch Vandalen zerstören sie systematisch

In deutschen Städten sind orangefarbene Bänke als Teil einer UN-Kampagne gegen geschlechtsspezifische Gewalt aufgestellt worden. Doch diese Zeichen der Solidarität werden zunehmend Ziel von Vandalismus: Allein in Osnabrück, Wiesbaden und Annweiler gab es wiederholt Angriffe auf die Installationen. Gleichzeitig warnen Gleichstellungsbeauftragte vor einer dramatischen Zunahme antifeministischer Attacken auf ihre Arbeit.

Das Thema stand im Mittelpunkt des BAG-Kongresses in Lübeck, der unter dem Motto „Kurs halten in antifeministischen Gewässern“ stattfand. Die Teilnehmer:innen diskutierten über Kürzungen bei Gleichstellungsprogrammen und Strategien, um der wachsenden Feindseligkeit entgegenzutreten – etwa durch stärkere Bündnisse und vertieftes Fachwissen in Geschlechterfragen.

Eine aktuelle Umfrage unter 350 Gleichstellungsbeauftragten offenbart das Ausmaß der Problematik: 63 Prozent berichteten von antifeministischen Angriffen auf ihre Arbeit, 40 Prozent erlebten in den vergangenen zwei Jahren sogar mehrfach solche Vorfälle. Eine Beauftragte aus Baden-Württemberg schilderte, wie rechtsextreme Aktivist:innen nach einer kontroversen Stellungnahme vor ihrer Haustür aufgetaucht seien.

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Antifeminismus als organisierte Bewegung Antifeminismus – definiert als politische Strömung, die sich gezielt gegen Frauen- und Queerrechte richtet – treibt diese Angriffe voran. Allein 2024 verzeichnete die Meldestelle Antifeminismus 558 Vorfälle, im Schnitt zehn pro Woche. Judith Rahner, Vorsitzende des Deutschen Frauenrats, warnt, dass solche Positionen längst nicht mehr nur im rechtsextremen Milieu verankert seien, sondern zunehmend in der breiten Gesellschaft Fuß fassen.

Die Zerstörung der orangen Bänke – Teil der UN-Kampagne Orange the World – spiegelt den größeren Gegenwind wider. Gleichstellungsbeauftragte sehen sich nicht nur mit Sachbeschädigungen konfrontiert, sondern auch mit Budgetkürzungen, öffentlicher Hetze und mangelnder institutioneller Unterstützung.

Gegenwehr und Handlungsdruck Die Häufung der Vorfälle zeigt, wie antifeministische Akteur:innen sowohl symbolträchtige Projekte als auch die Menschen hinter der Gleichstellungsarbeit ins Visier nehmen. Angesichts der eskalierenden Angriffe setzen die Verantwortlichen nun auf kollektiven Widerstand und professionelle Fortbildungen. Die Entwicklung erhöht den Druck auf Kommunen und Behörden, der wachsenden Feindseligkeit entschlossener zu begegnen.

Quelle