Ott will NRW-Schulsystem radikal reformieren – mit zwei Schulformen und handyfreien Vormittagen
Leni SchulzOtt plant radikal umzukrempeln NRW-Schulsystem - Ott will NRW-Schulsystem radikal reformieren – mit zwei Schulformen und handyfreien Vormittagen
Jochen Ott, Spitzenkandidat der SPD für die Landtagswahl 2027 in Nordrhein-Westfalen, hat Pläne für eine grundlegende Reform des Schulsystems des Bundeslandes vorgestellt. Seine Vorschläge umfassen eine vereinfachte zweigliedrige Struktur sowie Maßnahmen wie handyfreie Vormittage, um die Lernerfolge der Schülerinnen und Schüler zu verbessern. Die Änderungen zielen darauf ab, Bedenken hinsichtlich der Leistungen der Schüler und der Verunsicherung vieler Eltern bei der Schulwahl zu begegnen.
Die SPD hatte Ott am 23. Januar 2026 offiziell zu ihrem Spitzenkandidaten nominiert, nachdem der NRW-Landesvorstand der Partei einstimmig für ihn gestimmt hatte. Kern seines Reformkonzepts ist die Abschaffung des aktuellen, als zu komplex kritisierten Schulsystems zugunsten von nur noch zwei weiterführenden Schulformen nach der Grundschule: Gymnasium oder Gesamtschule. Damit sollen die Entscheidungsprozesse für Eltern erleichtert und die Förderung der Schülerinnen und Schüler verbessert werden.
Ott hat sich selbst eine Frist bis 2032 gesetzt, um die Reform umzusetzen, und räumt ein, dass der Übergang Zeit brauchen wird. Bestehende Schülerinnen und Schüler sollen dabei auf ihren bisherigen Bildungswegen bleiben, um abrupte Brüche zu vermeiden. Die Reform zielt zudem auf ein hartnäckiges Problem ab: Derzeit verlässt jeder fünfte Schulabgänger die Schule ohne die notwendigen Qualifikationen für eine direkte Berufsausbildung. Neben den strukturellen Änderungen plant Ott die Einführung handyfreier Vormittage an Schulen. Diese Maßnahme ist Teil einer umfassenderen Strategie, um Ablenkungen zu verringern und die Konzentration in den entscheidenden Lernphasen zu steigern. Wiederholt hat er betont, dass das aktuelle System zu viele Kinder im Stich lässt und Eltern verunsichert zurücklässt, welche Schule die richtige für ihr Kind ist.
Falls Ott 2027 gewählt wird, würden seine Reformen eine deutliche Wende im nordrhein-westfälischen Bildungssystem einläuten. Das zweigliedrige Modell und die Handyregelungen sollen die Standards anheben und Familien die Entscheidungsfindung erleichtern. Der Erfolg des Plans hängt jedoch von der Umsetzung in der kommenden Legislaturperiode ab – die vollständige Umsetzung ist bis 2032 vorgesehen.