15 March 2026, 04:09

PKV-Verband kritisiert Apothekenreform: Mehr Verantwortung, aber unklare Vorteile für Patienten

Ein blauer Hintergrund mit weißer Schrift und einem Logo, auf dem "19 Millionen Amerikaner werden geschätzt jährlich 400 USD an Arzneikosten sparen".

PKV-Verband kritisiert Apothekenreform: Mehr Verantwortung, aber unklare Vorteile für Patienten

Der Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV-Verband) hat seine Position zum aktuellen Apotheken-Versorgungsweiterentwicklungsgesetz (ApoVWG) dargelegt. Zwar befürwortet der Verband einige der geplanten Maßnahmen, äußert jedoch auch Bedenken gegenüber anderen Vorhaben. Zu den zentralen Punkten zählen die erweiterte Impfkompetenz von Apotheken sowie neue Regelungen für die Notfallversorgung mit Medikamenten.

Darüber hinaus fordert der Verband Reformen bei der Finanzierung und Preisgestaltung pharmazeutischer Dienstleistungen und kritisiert, dass das bestehende System den Anforderungen nicht gerecht werde.

Der PKV-Verband unterstützt grundsätzlich die Stärkung der Rolle von Apothekerinnen und Apothekern im Gesundheitswesen. Positiv bewertet er die Pläne, das Impfangebot auszuweiten und in dringenden Fällen die einmalige Abgabe von Dauermedikamenten ohne Rezept zu ermöglichen. Bei der Lockerung der Verschreibungspflicht zeigt sich der Verband jedoch zurückhaltend und betont, dass mögliche Änderungen sorgfältig geprüft werden müssten, um die ärztliche Verantwortung nicht zu untergraben.

Zudem begrüßt der Verband, dass privatversicherte Patientinnen und Patienten in den Hilfstarif einbezogen werden sollen. Dadurch profitieren auch Privatversicherer und ihre Versicherten von Preisanpassungen – und nicht nur die gesetzlich Versicherten. Gleichzeitig würdigt der Verband die neuen Vorschriften zur Preisgestaltung von Rezepturarzneimitteln, besteht jedoch darauf, in künftige Verhandlungen über diese Preise einbezogen zu werden.

Kritik übt der Verband an der Ausweitung pharmazeutischer Dienstleistungen (pDL). Unklar sei, ob Beratungen zu Verhaltensrisiken Patienten tatsächlich nutzen und ob Apotheken diese Leistung fachgerecht erbringen könnten. Zudem fehlen dem Verband belastbare Daten zur Nachfrage nach solchen Dienstleistungen seit Inkrafttreten des Apothekenstärkungsgesetzes im Jahr 2020. Ohne eindeutige Belege für deren Wirksamkeit fordert der Verband ein neues Finanzierungsmodell, das das aktuelle, ineffiziente System ersetzt.

Mit dem ApoVWG übernehmen Apotheken künftig mehr Verantwortung in der Prävention und Früherkennung, etwa durch Beratungen zu Lebensstilrisiken. Doch der PKV-Verband zweifelt an, ob diese Angebote einen echten Mehrwert für Patienten bieten. Bevor weitere Ausweitungen beschlossen werden, seien gründliche Evaluierungen notwendig.

Die Stellungnahme des PKV-Verbands fällt differenziert aus: Einerseits unterstützt er Impfinitiativen und die verbesserte Notfallversorgung mit Medikamenten, andererseits hinterfragt er den praktischen Nutzen erweiterter Beratungsleistungen. Der Verband pocht zudem auf ein neues Finanzierungskonzept und eine stärkere Mitsprache bei Preisfragen.

Ohne klarere Nachweise zu Nachfrage und Wirksamkeit warnt der Verband vor überstürzten Reformen, die am Ende keine spürbaren Verbesserungen für die Patientinnen und Patienten bringen könnten.

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