23 December 2025, 22:16

Pläne für umstrittene Biomethan-Anlage gestrichen: Das ist der Grund

Eine Wand mit Text auf einer Tafel in der Mitte, mit Pflanzen dahinter.

Pläne für umstrittene Biomethan-Anlage gestrichen: Das ist der Grund

Geplante Biomethan-Anlage in Steinfeld (Vechta) nach Rückzug der Gemeinde gestoppt

Ein geplantes Biomethanwerk im niedersächsischen Steinfeld (Landkreis Vechta) wurde abgesagt, nachdem die örtliche Kommune ihre Unterstützung zurückgezogen hat. Das Vorhaben, das von Shell über die Tochterfirma Nature Energy vorangetrieben wurde, stieß bei Anwohnern und Landwirten auf Widerstand – vor allem wegen ökologischer Bedenken. Die Verantwortlichen kamen zu dem Schluss, dass das Projekt der Gemeinde nicht genug Nutzen bringe.

Nature Energy hatte die Gemeinde erstmals 2021 kontaktiert; die formelle Planung begann 2023. Die Anlage sollte jährlich zwischen 450.000 und 500.000 Tonnen landwirtschaftliche Abfälle verarbeiten und daraus Biomethan gewinnen. Doch Bewohner des Ortsteils Harpendorf sowie lokale Landwirte protestierten, da sie eine erhöhte Nachfrage nach Gülle und Jauche fürchteten.

In jüngsten Beratungen bewertete die Kommune das Projekt neu und entschied sich gegen eine Weiterverfolgung. Bürgermeister Sebastian Gehrold begründete dies damit, dass die Pläne keine ausreichend gesicherten Vorteile böten, um einen städtebaulichen Vertrag zu rechtfertigen. Die Absage reiht sich in eine ähnliche Entwicklung im brandenburgischen Landkreis Prignitz ein: Dort hatte Shell im Dezember 2024 seine Pläne fallen lassen, nachdem die Bürger in Karstädt in einem lokalen Referendum dagegen gestimmt hatten. Bereits Anfang 2024 war ein weiteres Biogasprojekt – getragen von der EnviThan GmbH, einer Tochter der PlanET Biogas Gruppe – im Ammerländer Ortsteil Wiefelstede gescheitert. Die wiederholten Ablehnungen zeigen eine wachsende Skepsis gegenüber großindustrieller Verarbeitung landwirtschaftlicher Abfälle in ländlichen Regionen Deutschlands.

Die Stornierung des Steinfelder Projekts bedeutet einen weiteren Rückschlag für Shells Biomethan-Strategie in Deutschland. Ohne lokale Zustimmung kann das Unternehmen nicht vorankommen – die Zukunft der Abfallverwertung in der Region bleibt damit ungewiss. Die Entscheidung der Gemeinde spiegelt die zunehmenden Bedenken hinsichtlich Umweltauswirkungen und kommunaler Folgen wider.