Potsdam verbietet intelligente Brillen in Schwimmbädern gegen heimliche Aufnahmen
Leni SchulzPotsdam verbietet intelligente Brillen in Schwimmbädern gegen heimliche Aufnahmen
Potsdam ist die erste deutsche Stadt, die intelligente Brillen in öffentlichen Schwimmbädern verbietet. Die Entscheidung folgt wachsenden Bedenken wegen nicht einvernehmlicher Aufnahmen, insbesondere von jungen Frauen. Die Stadtverwaltung handelte nach Berichten über Männer, die solche Geräte nutzten, um heimlich Aufnahmen anzufertigen und diese ohne Erlaubnis zu verbreiten.
Das Verbot wurde von der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen/Volt im Potsdamer Stadtrat vorgeschlagen. Der Vorstoß erfolgte als Reaktion auf eine besorgniserregende Entwicklung: Männer filmten Frauen in Schwimmbädern heimlich und stellten das Material anschließend online. Zwar gab es in Berlins Bädern keine derartigen Vorfälle, doch Potsdams Maßnahme richtet sich gegen alle Geräte, die unauffällige Foto- oder Videoaufnahmen ermöglichen.
Mitarbeiter und Rettungsschwimmer in Freibädern sollen die neue Regel durchsetzen. Das Verbot erstreckt sich nicht nur auf intelligente Brillen, sondern auf alle Geräte, die Bilder oder Videos aufnehmen können. Berlin plant jedoch keine ähnliche Beschränkung, obwohl in seinen Bädern bereits das Fotografieren von Fremden untersagt ist.
Potsdams aktualisierte Baderegeln zielen darauf ab, bestehende Lücken im Datenschutz zu schließen. Die Entscheidung der Stadt spiegelt die wachsende Sorge um Einwilligung und den Missbrauch von Technologie in öffentlichen Räumen wider. Das Verbot ist nun Teil der offiziellen Bäderordnung Potsdams. Die Umsetzung liegt in den Händen des Badpersonals, das unerlaubte Aufnahmen erkennen und unterbinden soll. Berlin bleibt vorerst bei seiner bisherigen Vorgehensweise, doch beide Städte beobachten weiterhin die Datenschutzrisiken in öffentlichen Einrichtungen.






