26 April 2026, 00:18

Protestbündnis gegen Nius formiert sich mit klarer Botschaft in Kreuzberg

Eine Gruppe von Menschen mit einem Transparent mit der Aufschrift 'öffne die Grenzen, rette Leben, bekämpfe Faschismus' vor einem Gebäude mit Glasfenstern und einem Mast, mit einem Fahrrad und einer Tasche auf der Straße.

Protestbündnis gegen Nius formiert sich mit klarer Botschaft in Kreuzberg

Rund 250 Menschen versammelten sich in Kreuzberg zur Gründung eines Protestbündnisses gegen die rechtsextreme Plattform Nius. Die Veranstaltung, die in der Nähe des Dragonerareal-Geländes stattfand, zog Aktivist:innen, Redner:innen und Anwohner:innen an, die sich Sorgen über den Einfluss des Mediums machen. Antifaschistische Gruppen sicherten die Kundgebung ab, um Störungen zu verhindern, während die Teilnehmenden Strategien diskutierten, um gegen die Aktivitäten von Nius vorzugehen.

Im Mittelpunkt der Versammlung standen die Methoden von Nius – von Redner:innen wurde die Plattform als "digitale Pranger" und "Schmutzkübel-Medium" bezeichnet. Ihnen zufolge verbreite das Portal Klischees, rassistische Narrative und gezielte Angriffe auf marginalisierte Gruppen. Eine Aktivistin des Bündnisses Widersetzen enthüllte, dass ein Nius-Mitarbeiter unter falschem Vorwand in ihre Gruppe eingedrungen sei, um heimlich Filmaufnahmen anzufertigen.

Die Anwesenden wiesen auch auf die konkreten Folgen der Nius-Hetzkampagnen hin, die regelmäßig Wellen von Hassnachrichten auslösen – darunter Vergewaltigungs- und Todesdrohungen sowie brutale Beleidigungen. Gleichzeitig habe der Gegenprotest aber auch Solidarität gestärkt und das Interesse an der Arbeit der Betroffenen erhöht.

Guido Arnold vom technikkritischen Kollektiv capulcu warnte vor den größeren Gefahren durch KI-Sprachmodelle und soziale Medien, die gemeinsame Wahrheitsstandards untergraben. Zum Abschluss der Veranstaltung diskutierten die Teilnehmenden Gegenstrategien: Widerstand gegen rechtsextreme Medien, Solidaritätskampagnen, Mobilisierungsmaßnahmen und Unterstützung linker Initiativen.

Nius hatte die Veranstaltung im Vorfeld aggressiv beworben und die "Nein zu Nius"-Initiative als "linksextrem" und "steuerfinanziert" diffamiert. Trotz finanzieller Probleme – im Jahr 2023 verbuchte die Plattform einen Verlust von 13 Millionen Euro – hält sich das Portal dank des Multimillionärs Frank Gotthardt über Wasser, der enge Verbindungen zur CDU-Führung unterhält.

Als nächsten Schritt planen die Protestierenden eine Kundgebung vor den Nius-Büros in der Ritterstraße in Kreuzberg.

Die Veranstaltung verlief ohne Zwischenfälle und markierte einen koordinierten Versuch, dem Einfluss von Nius entgegenzutreten. Weitere Proteste und Solidaritätsaktionen sind zu erwarten, während Aktivist:innen darauf hinarbeiten, die Reichweite der Plattform einzudämmen. Das Bündnis will durch öffentliche Demonstrationen und organisierten Widerstand weiterhin Druck ausüben.

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