22 March 2026, 14:09

Proteste gegen drittes LNG-Terminal in Wilhelmshaven: Aktivisten warnen vor ökologischer Katastrophe

Gruppe von Menschen, die auf einem sandigen Strand in der Nähe von Zelten sitzen, mit einer Wand und einer Brücke im Hintergrund, die an einer Klimawandeldemonstration teilnehmen.

Proteste gegen drittes LNG-Terminal in Wilhelmshaven: Aktivisten warnen vor ökologischer Katastrophe

Rund 80 Demonstranten versammelten sich am Hooksieler Außentief, um gegen die Pläne für ein drittes LNG-Terminal in der Nähe von Wilhelmshaven zu protestieren. Die Kundgebung richtete sich gegen die Höegh Esperanza, ein gigantisches Lager- und Regasifizierungsschiff mit einer Länge von fast 300 Metern. Aktivisten argumentieren, dass das Projekt ein ohnehin schon durch den Klimawandel stark gefährdetes Küstenökosystem weiter bedroht.

Die Region gilt als Hotspot der Artenvielfalt und ist Heimat für über 600 Arten, von denen viele vom Aussterben bedroht sind. Kritiker warnen zudem, dass der Ausbau der LNG-Infrastruktur im Widerspruch zu Deutschlands Klimazielen steht und eine Gegend, die bereits durch steigende Meeresspiegel und Extremwetter gefährdet ist, zusätzlich belastet.

Die Protestaktion wurde von lokalen Gruppen umweltpolitischer Organisationen veranstaltet, darunter die Deutsche Umwelthilfe (DUH), der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und der Naturschutzbund Deutschland (NABU). Diese Verbände haben sich zu einem Bündnis zusammengeschlossen, um das Terminal-Projekt zu stoppen. Sie haben rechtliche Einsprüche gegen den Bebauungsplan Nr. 225 sowie geplante Änderungen des Naturschutzrechts eingelegt. Ihr zentrales Argument: Das LNG-Terminal würde lebenswichtige Lebensräume in einem der ökologisch sensibelsten Gebiete Deutschlands zerstören.

Martin Lüdders, ein Aktivist von Fridays for Future aus Stade, sprach bei der Veranstaltung und bezeichnete Wilhelmshaven als "die vom Klimawandel am stärksten bedrohte Region Deutschlands". Seine Äußerungen unterstrichen die Verwundbarkeit der Gegend, die auch vom Klimarisikoindex als besonders gefährdet eingestuft wird – insbesondere die Nordseeküste, die von Sturmfluten, Hitzewellen und Wasserknappheit bedroht ist. Die EU-Kommission hat bereits ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland eingeleitet, weil das Land die Vogelschutzrichtlinie nicht ausreichend umsetzt.

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Seit 2022 haben zwei weitere LNG-Terminals – Wilhelmshaven 2 und Stade – die offizielle Genehmigung erhalten oder befinden sich in fortgeschrittener Bauphase. Ein drittes Projekt in Mukran hat umfangreiche Änderungen beantragt. Unterdessen wird diskutiert, ob der künstliche Ursprung der Küstenzone ihren Schutzbedarf verringert – Naturschützer betonen jedoch, dass ihr ökologischer Wert unvermindert hoch bleibt.

Der Protest reiht sich in den wachsenden Widerstand gegen den LNG-Ausbau in einer Region ein, die bereits unter Umweltbelastungen und rechtlichem Druck steht. Während zwei Terminals voranschreiten und ein drittes geprüft wird, fordern Aktivisten und Naturschutzverbände eine strengere Durchsetzung der Artenschutzgesetze. Das Ergebnis der anhängigen Klagen könnte entscheiden, ob das Projekt in einem Gebiet realisiert wird, das sowohl für die Biodiversität als auch für die Klimaresilienz von zentraler Bedeutung ist.

Quelle