05 May 2026, 12:09

Proteste gegen rechtsextreme Verbindungen der Gladiator Fight Academy in Halle

Zwei Personen in einer Karate-Halle üben Stockkampf, während andere zuschauen, mit Leuchten entlang der Wand im Hintergrund.

Proteste gegen rechtsextreme Verbindungen der Gladiator Fight Academy in Halle

Am Wochenende fand vor dem Hauptbahnhofs von Halle eine Protestkundgebung gegen die Gladiator Fight Academy statt. Die Demonstranten warfen der Kampfsportschule vor, ein Rekrutierungszentrum der extremen Rechten zu sein, und forderten ihre Schließung. Unter dem Ruf „Nazis raus aus unseren Kiezen“ spitzte sich die Lage zu, nachdem das Gym kürzlich eine Veranstaltung in Teutschenthal ausgerichtet hatte.

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Anlass der Proteste war die Premiere der neuen Gladiator Fight Series, die das Gym in einem kommunalen Kulturzentrum veranstaltet hatte. Unter den Besuchern sollen sich laut Berichten Personen mit Verbindungen zur rechtsextremen Szene befunden haben – was bei Anwohnern auf Empörung stieß. Die Veranstalter sprachen von 300 Teilnehmern, die Polizei schätzte die Zahl jedoch auf etwa 170.

Die Verbindungen des Gyms zu rechtsextremen Akteuren verschärfen die Bedenken: Theo Weiland, ein bekannter deutscher Kämpfer und ehemaliger Anführer des Jungsturm Erfurt, gehört zum Kernteam. Auch Christopher Henze, dem eine Nähe zur rechtsextremen Hooligan-Szene des 1. FC Lokomotive Leipzig nachgesagt wird, ist dort aktiv. Hans Krüger, Jugendtrainer im Gym und Fan von Energie Cottbus, tritt regelmäßig bei dessen Veranstaltungen an.

Der Protest steht im Kontext des wachsenden rechtsextremen Einflusses in der Region. Bei der Bundestagswahl 2025 erreichte die AfD in Sachsen-Anhalt 37,3 Prozent der Stimmen. Aktuelle Umfragen deuten nun auf eine Zustimmung von 38 Prozent hin – kurz vor der anstehenden Landtagswahl.

Die Demonstration zeigt den zunehmenden Widerstand gegen rechtsextreme Netzwerke in der lokalen Bevölkerung. Auf die Forderungen nach Schließung des Gyms haben die Behörden bisher nicht reagiert. Die Gladiator Fight Academy bleibt trotz wachsendem öffentlichen Druck vorerst in Betrieb.

Quelle