Proteste gegen Rheinmetall: Graffiti-Aktion stoppt Rüstungskonzern in Osnabrück
Noah JägerProteste gegen Rheinmetall: Graffiti-Aktion stoppt Rüstungskonzern in Osnabrück
Eine Protestgruppe namens Rausmetall hat mit direkten Aktionen gegen die Pläne des Rüstungskonzerns Rheinmetall protestiert, in das ehemalige Volkswagen-Werk in Osnabrück einzuziehen. Die Aktivistinnen und Aktivisten sprühten ihren Slogan auf ein historisches Kriegsdenkmal und lösten damit Empörung bei lokalen Verantwortlichen aus. Rheinmetall hat seine Expansion an den Standort nun vorerst gestoppt – zumindest vorläufig.
Der Vorfall ereignete sich, als Rausmetall – ein lockeres Bündnis aus bekannten Persönlichkeiten und anonymen Kampagnenaktivisten – ihre Forderung "Keine Militarisierung – weder im Militär, noch an Grenzen, noch bei der Polizei" auf das Heger Tor in Osnabrück sprühte. Das Denkmal aus dem 19. Jahrhundert ehrt Soldaten der Königlich Deutschen Legion, die in der Schlacht von Waterloo gegen Napoleon kämpften. Stadtmitarbeiter entfernten die Graffiti zweimal für insgesamt 2.500 Euro, doch der Reinigungsprozess beschädigte die originale Inschrift, sodass weitere Restaurierungsarbeiten nötig wurden.
Die Stadt verfolgt nun rechtliche Schritte, während die Polizei die Ermittlungen wegen des Graffiti-Angriffs fortsetzt. Der Rückzug Rheinmetalls aus dem VW-Werk stellt einen kurzfristigen Erfolg für die Protestierenden dar, auch wenn das Unternehmen eine künftige Präsenz in Osnabrück nicht ausschließt. Die Debatte über Militarisierung und Denkmalschutz in der Stadt bleibt damit ungelöst.