06 March 2026, 10:13

Reform der Apothekenregeln: CDU drängt auf höhere Gebühren und mehr Digitalisierung

Ein Plakat mit Text über Preisunterschiede von Arzneimitteln im Jahr 2022, mit ein paar Flaschen und einer Spritze unten.

Reform der Apothekenregeln: CDU drängt auf höhere Gebühren und mehr Digitalisierung

Verhandlungen über Apothekenregeln starten nächste Woche

Wie die gesundheitspolitische Sprecherin der CDU, Simone Borchardt, bestätigte, beginnen nächste Woche die Gespräche zur Reform der Apothekenvorschriften. Im Mittelpunkt stehen dabei zentrale Themen wie Finanzierung, Wettbewerb und der digitale Zugang für Apotheker. Borchardt betonte zudem, dass Apotheker mehr Verantwortung übernehmen sollten – allerdings ohne finanzielle Risiken durch die Null-Retaxationspolitik.

Die CDU hat im Rahmen der laufenden Bundestagsberatungen zum Apothekengesetz (ApoVWG), die im Januar 2026 begannen, offiziell Änderungen gefordert. Dazu gehört die Erhöhung der festen Apothekengebühr von 8,35 auf 9,50 Euro pro Packung. Zudem setzt sich die Union für strengere Vorschriften ein, um zu verhindern, dass Drogerieketten mehr Medikamente verkaufen, und fordert gleiche Wettbewerbsbedingungen zwischen stationären Apotheken und Versandhandelsdienstleistern.

Borchardt unterstrich, dass Apotheker vollen Lese- und Schreibzugriff auf die elektronische Patientenakte (ePA) erhalten müssten. Dies würde ihnen helfen, mögliche Wechselwirkungen vor der Abgabe von Medikamenten zu erkennen. Gleichzeitig warnte sie davor, ausländischen Online-Apotheken oder Versandhändlern eine größere Rolle in Deutschland zu ermöglichen.

Der Koalitionspartner SPD zeigt sich gespalten: Während einige wie Tanja Machalet die wirtschaftlichen Herausforderungen anerkennen, warnen sie vor einer Senkung der Qualitätsstandards. SPD-Gesundheitsminister auf Landesebene kritisieren die aktuelle Finanzierung als unzureichend und unterstützen die geplante Gebührenerhöhung. Ungeklärt bleibt weiterhin die Rolle von Pharmazeutisch-technischen Assistenten (PTA) bei der Apothekenführung – hier bleibt die CDU gegen PTA-geführte Modellversuche standhaft.

Auch Rabatte und Digitalisierung werden Thema der Verhandlungen sein. Borchardt wiederholte, dass Apotheker bereit seien, erweiterte Aufgaben zu übernehmen, sofern finanzielle Risiken durch die Null-Retaxation ausgeschlossen würden.

Die anstehenden Gespräche werden maßgeblich beeinflussen, wie Apotheken in Deutschland künftig arbeiten – von der Finanzierung bis zum digitalen Zugang. Baldige Entscheidungen werden zur festen Gebühr, zu Wettbewerbsregeln und zur Rolle der PTA erwartet. Das Ergebnis wird zeigen, ob sich stationäre Apotheken gegen Versandhandel und ausländische Online-Konkurrenten behaupten können.

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