Reform der Regionalliga spaltet den deutschen Fußball in zwei Lager
Streit um Reform der Regionalliga: Zwei Modelle spalten den deutschen Fußball
Ein vorgeschlagener Reformplan für das deutsche Regionalliga-System hat eine hitzige Debatte unter Vereinen und Funktionären ausgelöst. Zwei konkurrierende Modelle – das Kompass-Modell und das Regionalmodell – teilen die Meinungen, wobei viele warnen, dass die Zukunft des Amateur- und Unterhausfußballs auf dem Spiel stehe. Kritiker bezeichnen einen der Vorschläge als "schlechten Witz", während Befürworter ihn als die gerechteste Lösung für Clubs in ganz Deutschland verteidigen.
Das Regionalmodell, das eine Zusammenlegung der Staffeln Nord, Nordost und Bayern zu zwei Ligen vorsieht, während die West- und Südwest-Staffeln unverändert bleiben sollen, stößt auf massiven Widerstand. Hermann Winkler, Präsident des Nordostdeutschen Fußballverbands (NOFV), nannte den Plan "völlig realitätsfremd" und warnte, er würde den NOFV faktisch zerschlagen. Winkler wirft den Reformern vor, Vereine für ihre Kritik zu bestrafen, statt ihre Bedenken ernst zu nehmen.
Daniel Meyer, Sportdirektor des Halleschen FC, wies das Regionalmodell scharf zurück und bezeichnete es als "schlechten Witz". Er kritisierte, was er als wiederholte Fehleinschätzungen von Verantwortungsträgern im deutschen Fußball ansieht. Seine Äußerungen spiegeln eine breitere Frustration unter Vereinen wider, die sich von den Entscheidungsgremien ignoriert fühlen.
Demgegenüber erfährt das Kompass-Modell breite Unterstützung. Dieses Alternativkonzept sieht vor, die vier Regionalliga-Staffeln jedes Jahr neu nach vorrangig geografischen Gesichtspunkten – also nach Reiseentfernungen – einzuteilen. Toni Wachsmuth, Geschäftsführer des 1. FC Lokomotive Leipzig, betonte die Rückendeckung seines Clubs für den Kompass-Ansatz und unterstrich die Bedeutung des Erhalts der Nordost-Regalliga. Auch Winkler lobte das Kompass-Modell als die fairere Variante, da es die Nordost-Staffel in ihrer aktuellen Form bewahre.
Die Diskussion hat mittlerweile eine politische Dimension angenommen. Tommy Haeder, Sprecher der Kampagne "Aufstiegsreform 2025", erklärte, die endgültige Entscheidung werde die Zukunft des deutschen Fußballs prägen. Rund 70 an der Reforminitiative beteiligte Vereine haben sich hinter das Kompass-Modell gestellt und argumentieren, es biete eine ausgewogenere und praxistauglichere Lösung für Clubs in ganz Deutschland.
Der Streit um die Regionalliga-Reform zeigt keine Anzeichen einer Entspannung. Vereine und Funktionäre bleiben zwischen zwei grundverschiedenen Visionen gespalten – jede mit weitreichenden Folgen für Ligastrukturen und Regionalverbände. Das Ergebnis dieses Konflikts wird bestimmen, wie der Unterhausfußball in Deutschland in den kommenden Jahren funktioniert.






