Rücktritt des SWB-Chefs Hermes nach Bonner Immobilienskandal mit CDU-Verstrickungen
Philipp HartmannRücktritt des SWB-Chefs Hermes nach Bonner Immobilienskandal mit CDU-Verstrickungen
Olaf Hermes, der Chef der Bonner Stadtwerke (SWB), hat seinen Rücktritt bekannt gegeben. Sein Abschied folgt auf einen Immobilienskandal, in den lokale Politiker verwickelt sind und bei dem es Vorwürfe der Einflussnahme auf ein Grundstücksgeschäft gibt. Hermes hatte das Unternehmen seit 2022 geleitet und sollte es im Sommer verlassen – seine Entscheidung sei endgültig, hieß es.
Der Skandal kam im Dezember ans Licht, als Hermes versuchte, Blockadeversuche lokaler Politiker gegen den geplanten Grundstückskauf der SWB auf dem Gelände des Flugplatzes Hangelar aufzudecken. Das Versorgungsunternehmen erstellte daraufhin einen vertraulichen Bericht über die mutmaßlichen Einflussnahmen, der nun der Staatsanwaltschaft vorgelegt werden soll.
Ermittlungen deuten darauf hin, dass die Interessen eines Bonner Busunternehmers – der zugleich ein großer CDU-Spender ist – eine Rolle in der Affäre gespielt haben könnten. Trotz der Turbulenzen bekräftigte der Aufsichtsrat der SWB sein Vertrauen in Hermes und die Geschäftsführung und signalisierte damit die weitere Zusammenarbeit.
Hermes' Rückzug erfolgt zu einem kritischen Zeitpunkt für das Unternehmen. Die SWB plant derzeit umfangreiche Investitionen in die Wärme- und VerkehrsWende Bonns, sucht gleichzeitig aber auch nach Einsparmöglichkeiten im öffentlichen Nahverkehr.
Der Rücktritt hinterlässt die SWB ohne Führung in einer Phase, in der das Unternehmen sowohl finanzielle Herausforderungen als auch eine viel beachtete Untersuchung bewältigen muss. Das kommunale Versorgungsunternehmen steht nun vor der Aufgabe, seine Investitionspläne umzusetzen und gleichzeitig die Folgen des Immobilienskandals zu bewältigen. In den kommenden Wochen wird die Staatsanwaltschaft voraussichtlich den vertraulichen Bericht prüfen.