Ruhrfestspiele starten mit iranischem Flüchtlingsdrama über Vertreibung und Hoffnung
Leni SchulzRuhr Festival beginnt mit iranischem Drama auf Persisch - Ruhrfestspiele starten mit iranischem Flüchtlingsdrama über Vertreibung und Hoffnung
Die diesjährigen Ruhrfestspiele eröffnen mit einem packenden Flüchtlingsdrama aus dem Iran
Die diesjährigen Ruhrfestspiele starten mit einem eindringlichen Stück über Flucht und Vertreibung: "Das Kind" der iranischen Autorin Naghmeh Samini erzählt die Geschichte von drei Frauen und einem Kind, die an einer europäischen Grenze gestrandet sind. Das auf Persisch aufgeführte und untertitelte Drama kommt zu einer Zeit, in der der Iran nach Jahren des Protests und jüngsten militärischen Angriffen von außen in tiefer politischer Krise steckt.
Das Festival selbst hat sich den Herausforderungen angepasst: Während das Hauptgebäude, das Große Haus, renoviert wird, finden die Aufführungen in einem provisorischen Zelt statt. Unter dem Motto "Schock und Staunen" versprechen die Veranstalter eine Mischung aus Weltpremieren und Deutschlandpremieren mit Stars wie Katja Riemann und Katharina Thalbach.
Eröffnung mit politischer Brisanz Am 3. Mai wird die Schriftstellerin Ursula Krechel mit einer Eröffnungsrede den Ton für das Programm setzen, zu dem auch "Das Kind" gehört – ein Stück, das von den anhaltenden Unruhen im Iran geprägt ist. Seit 2022 erschüttern Massenproteste das Land, ausgelöst durch den Tod von Jina Mahsa Amini und brutal niedergeschlagen. Anfang 2026 verschärfte sich die Krise weiter, als Ayatollah Chamenei bei US-amerikanischen und israelischen Luftangriffen getötet wurde. Seither regiert ein Übergangsrat ohne Anzeichen für demokratische Reformen.
Die Einreise des Ensembles nach Deutschland erforderte enge Abstimmung zwischen Festivalleiter Olaf Kröck, der Theatergruppe und dem Auswärtigen Amt. Sollten die Schauspieler:innen nicht anreisen können, gibt es keine Ersatzaufführung. Währenddessen bleibt das Große Haus wegen Sanierungsarbeiten geschlossen – stattdessen bietet ein Zelt mit 500 Plätzen Raum für die Veranstaltungen, darunter Auftritte von Joachim Król und anderen prominenten Künstler:innen.
Kunst im Spannungsfeld von Flucht und Krieg"Das Kind" spiegelt die Schicksale von Iraner:innen wider, die vor Unterdrückung fliehen – ein Thema, das durch die jüngsten militärischen Interventionen noch dringlicher geworden ist. Die Inszenierung in Recklinghausen fällt in eine Phase, in der die Zukunft des Irans ungewiss ist: Proteste, ausländische Angriffe und ein Machtvakuum prägen den Weg des Landes.
Die Ruhrfestspiele beginnen damit vor dem Hintergrund künstlerischer Innovation und realer Krisen. "Das Kind" gibt dem Publikum Einblick in das Leben iranischer Geflüchteter, während das provisorische Festzelt sicherstellt, dass die Vorstellung stattfindet. Angesichts der ungelösten politischen Spannungen im Iran erhalten die Themen Vertreibung und Überleben im Stück eine besondere Aktualität.






