Sachsen-Anhalt leidet unter Fachkräftemangel – warum Tausende Jobs unbesetzt bleiben
Leni SchulzSachsen-Anhalt leidet unter Fachkräftemangel – warum Tausende Jobs unbesetzt bleiben
Sachsen-Anhalt kämpft mit Fachkräftemangel – Tausende Stellen unbesetzt, doch viele Leistungsbezieher bleiben arbeitslos
Trotz zehntausender unbesetzter Stellen bleibt ein Großteil der erwerbsfähigen Bürgergeld-Empfänger in Sachsen-Anhalt ohne Arbeit. Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) fordert nun schärfere Regeln für das Bürgergeld und kritisiert, das aktuelle System sei ungerecht gegenüber Steuerzahlern und hart arbeitenden Menschen.
Schulze verwies auf ein strukturelles Problem: Obwohl die Nachfrage nach Arbeitskräften hoch ist, nehmen viele Leistungsbezieher vorhandene Jobs nicht an. Als Beispiel nannte er die Erntesaison, in der die meisten Apfelpflücker aus Osteuropa kämen – statt aus den Reihen der lokalen Bürgergeld-Empfänger.
Der Ministerpräsident geißelte Fälle, in denen Menschen finanzielle Unterstützung erhalten, ohne sich in den Arbeitsmarkt einzubringen. Wer arbeitsfähig sei, dürfe nicht untätig bleiben, wenn es offene Stellen gebe, so seine Argumentation. Sein Vorstoß zielt darauf ab, mehr Leistungsbezieher in Beschäftigung zu bringen, um die Abhängigkeit von Sozialleistungen zu verringern und gleichzeitig dringend benötigte Arbeitskräfte zu gewinnen.
Schulze betonte zudem die Ungerechtigkeit gegenüber Steuerzahlern und denen, die trotz persönlicher Herausforderungen ihrem Job nachgingen. Das aktuelle System fördere zu wenig Eigeninitiative und lasse zu viele Menschen in staatlicher Abhängigkeit, ohne etwas zurückzugeben.
Die Debatte um eine Reform des Bürgergelds kommt zu einer Zeit, in der Sachsen-Anhalt in nahezu allen Branchen mit Personalengpässen kämpft. Sollten die Regeln verschärft werden, könnten mehr Leistungsbezieher verpflichtet werden, angebotene Jobs anzunehmen. Das könnte den Fachkräftemangel lindern und gleichzeitig die finanzielle Belastung des Sozialsystems verringern.






