Sachsen-Anhalt verliert 3.500 Betriebe – und die Kontrollen brechen ein
Philipp HartmannSachsen-Anhalt verliert 3.500 Betriebe – und die Kontrollen brechen ein
Sachsen-Anhalt verzeichnet seit drei Jahren einen stetigen Rückgang der Unternehmenszahlen. Die Region hat heute 3.500 weniger Betriebe als noch 2022. Parallel dazu sind auch Betriebsprüfungen und Lohnkontrollen deutlich zurückgegangen – ein alarmierendes Zeichen für die Durchsetzung von Arbeitsstandards.
Noch 2022 waren in Sachsen-Anhalt 65.738 Unternehmen gemeldet, doch bis 2025 sank diese Zahl auf 62.211. Gleichzeitig gingen auch die Kontrollen durch die Finanzkontrolle illegaler Beschäftigung (FKS) zurück. Während 2022 noch 1.598 Betriebe überprüft wurden, waren es 2025 nur noch 691 – ein leichter Anstieg gegenüber den 677 Kontrollen im Vorjahr.
Zollprüfungen finden mittlerweile deutlich seltener statt. Die Kontrolldichte liegt bei nur noch 42,4 Prozent des Niveaus von 2022. Statistisch gesehen muss ein durchschnittlicher Betrieb in Sachsen-Anhalt alle 90 Jahre mit einer Zollkontrolle rechnen. Bei landwirtschaftlichen Betrieben ist der Abstand noch größer: Im Schnitt vergehen 234 Jahre zwischen zwei Prüfungen. 2025 wurden lediglich neun der 2.105 Höfe im Land kontrolliert.
Auch die Lohndaten zeigen Problemfelder auf: Aktuell verdienen 195.000 Beschäftigte – das entspricht 23,3 Prozent der Arbeitnehmer – weniger als 15 Euro pro Stunde. In nicht tarifgebundenen Betrieben liegt der Anteil sogar bei 35 Prozent. Die Bundesregierung plant, den gesetzlichen Mindestlohn bis 2027 auf 14,60 Euro anzuheben.
Der Rückgang der Unternehmenszahlen geht mit einer spürbaren Abnahme der Aufsicht einher. Weniger Kontrollen und ein hoher Anteil an Niedriglöhner:innen prägen die aktuelle Wirtschaftslage. Zwar könnte die geplante Mindestlohnerhöhung 2027 für Veränderungen sorgen, doch die Kontrolldichte bleibt deutlich unter den Werten früherer Jahre.






