Sachsen und Brandenburg streiten über die Zukunft der Lehrer-Verbeamtung
Philipp HartmannSachsen und Brandenburg streiten über die Zukunft der Lehrer-Verbeamtung
In Deutschland nimmt die Debatte über die Verbeamtung von Lehrkräften an Fahrt auf – vorangetrieben vor allem von Sachsen und Brandenburg. Der Vorschlag Sachsens, den Beamtenstatus für Lehrer schrittweise abzuschaffen, findet beim neuen Bildungsminister Brandenburgs Unterstützung, doch finanzielle und rechtliche Hürden stehen noch im Weg. Das Thema wird nun auf der Konferenz der Kultusminister diese Woche auf Bundesebene behandelt.
Sachsen hatte 2019 begonnen, Lehrkräfte zu verbeamteten, doch steigende Kosten und Pensionsverpflichtungen zwingen nun zum Umdenken. Bildungsminister Conrad Clemens (CDU) verweist auf knappe Haushalte und die hohen Rücklagen, die für die Beamtenpensionen nötig sind, als zentrale Probleme. Brandenburgs neuer CDU-Bildungsminister Gordon Hoffmann zeigt sich zwar offen für den sächsischen Plan – allerdings nur unter der Bedingung, dass alle Bundesländer die Änderung einheitlich umsetzen.
Der Deutsche Lehrerverband lehnt die Pläne ab und argumentiert, der Beamtenstatus garantiere die Verfassungstreue der Lehrkräfte – besonders wichtig angesichts wachsender extremistischer Bedrohungen. Unabhängig von der Debatte fordert der Bund der Steuerzahler generell weniger Verbeamtungen und verweist auf die angespannte Haushaltslage der öffentlichen Hand.
In Brandenburg unterrichteten im Schuljahr 2025/2026 bereits 31,1 Prozent der Lehrkräfte an staatlichen Schulen auf Basis normaler Arbeitsverträge statt als Beamte. Unter ihnen war fast jeder Fünfte ein Seiteneinsteiger. Berlin, das die Verbeamtung von Lehrkräften 2023 wieder einführte, hat eine erneute Diskussion über das Thema bereits ausgeschlossen.
Die Kultusministerkonferenz (KMK) wird sich auf Antrag Sachsens nun am Donnerstag mit der Frage befassen. Das Ergebnis der Beratungen könnte die Beschäftigungsbedingungen für Lehrkräfte in ganz Deutschland prägen. Sollte der sächsische Vorschlag an Fahrt gewinnen, könnten andere Bundesländer unter Zugzwang geraten, nachzuziehen. Aktuell sind sich Brandenburg und Berlin jedoch uneins, ob der Beamtenstatus für Lehrkräfte beibehalten oder abgeschafft werden soll.






