Salzgitter startet revolutionäre Wasserstoff-Stahlproduktion mit μDRAL-Anlage
Philipp HartmannSalzgitter startet revolutionäre Wasserstoff-Stahlproduktion mit μDRAL-Anlage
Salzgitter AG baut Demonstrationsanlage für klimafreundlichere Stahlproduktion
Die neue Anlage mit dem Namen μDRAL (gesprochen: My-Dral) wird direktreduziertes Eisen (DRI) unter Einsatz eines Gemischs aus Erdgas und Wasserstoff herstellen. Kürzlich fand der offizielle Spatenstich statt, an dem hochrangige Vertreter teilnahmen.
Das Vorhaben ist Teil der SALCOS-Initiative, mit der Salzgitter bis 2050 auf eine wasserstoffbasierte Stahlproduktion umstellen will. Ab Anfang 2022 soll die Anlage täglich 2.500 Kilogramm DRI erzeugen. Im Gegensatz zu herkömmlichen Werken kann sie ihren Brennstoffmix flexibel anpassen – von 100 Prozent Erdgas bis zu 100 Prozent Wasserstoff – ohne die Produktion unterbrechen zu müssen.
Das Bundesumweltministerium fördert 40 Prozent der Investitionskosten in Höhe von 13,6 Millionen Euro. Das erzeugte DRI wird zunächst einen Teil der Kohle in Hochöfen und Lichtbogenöfen ersetzen und so die Emissionen senken. Langfristig könnte der Umstieg die CO₂-Bilanz der Stahlherstellung um bis zu 95 Prozent verbessern.
Beim Spatenstich waren unter anderem der Vorstandsvorsitzende der Salzgitter AG, Professor Heinz Jörg Fuhrmann, Bundesumweltministerin Svenja Schulze, Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil und Salzgitters Oberbürgermeister Frank Klingebiel anwesend. Die Veranstaltung markierte einen wichtigen Schritt hin zu einer nachhaltigeren Stahlproduktion.
Die μDRAL-Anlage soll im ersten Halbjahr 2022 den Betrieb aufnehmen. Ihr flexibles Design ermöglicht eine schrittweise Umstellung auf Wasserstoff und unterstützt damit die langfristigen Klimaziele des Konzerns. Das Projekt setzt zudem Maßstäbe für eine CO₂-arme Stahlherstellung in Deutschland.






