27 December 2025, 12:20

Schlager-Streit: Warum Howard Carpendale Helene Fischers Bühnenstil kritisiert

Eine Frau in einem weißen Kleid steht auf einer Bühne, spricht in ein Mikrofon, mit einer Wand und einem Eisenrahmen im Hintergrund.

Schlager-Streit: Warum Howard Carpendale Helene Fischers Bühnenstil kritisiert

Eine öffentliche Debatte ist zwischen zwei der größten Schlagerstars Deutschlands entbrannt. Der Genre-Veteran Howard Carpendale kritisierte kürzlich Helene Fischer dafür, in ihren Auftritten zu sehr auf Sexappeal zu setzen. Die Äußerungen lösten eine scharfe Reaktion von Produzent Max Weidner aus, der Fischers Rolle bei der Modernisierung der Schlagermusik verteidigte.

Der Streit begann, als der 79-jährige Carpendale seine Missbilligung über Fischers Bühnenoutfits und Auftrittsstil äußerte. Der 1946 in Durban, Südafrika, geborene Künstler blickt auf eine mehr als fünf Jahrzehnte umfassende Karriere zurück, in der er über 50 Millionen Tonträger verkaufte. Seine größten Hits wie Ti amo und Nachts, wenn alles schläft dominierten in den 1970er-Jahren die Charts, und nach 2003 feierte er mit neuen Alben und Tourneen ein Comeback. Obwohl er nach seinem 80. Geburtstag im Januar 2026 keine groß angelegten Tourneen mehr plant, bleibt er aktiv – zuletzt war er in der Sendung 3nach9 und in Giovanni Zarrellas Weihnachtsshow zu sehen.

Max Weidner, ein langjähriger Wegbegleiter Fischers, wies Carpendales Kritik entschlossen zurück. Er lobte sie dafür, den Schlager zu einem internationalen Unterhaltungsstandard erhoben zu haben, und führte ihren Erfolg auf Disziplin, Ehrgeiz und rohes Talent zurück. Weidner argumentierte zudem, dass sich das Genre mit der Zeit weiterentwickeln müsse – eine Haltung, die Carpendale offenbar nicht teilt. Fischer selbst reagierte gelassen auf die Kontroverse. Sie beschrieb ihre Auftritte als natürlichen Ausdruck ihres künstlerischen Weges und ihres Selbstbewusstseins. Trotz der Kritik machte sie klar, dass sie ihr Bühnenprogramm nicht ändern werde.

Der Schlagabtausch zeigt die unterschiedlichen Visionen für die Zukunft des Schlagers auf. Während Carpendale für einen traditionelleren Ansatz steht, setzen Fischer und Weidner auf einen zeitgemäßen, global attraktiven Stil. Die Debatte spiegelt die größeren Spannungen innerhalb der Branche wider, wie sich das Genre an ein modernes Publikum anpassen soll.