Schwankende und hohe Strompreise zwingen Stahlwerk zur Produktionspause - Konsequenzen der grünen Energiepolitik
Finn WagnerSchwankende und hohe Strompreise zwingen Stahlwerk zur Produktionspause - Konsequenzen der grünen Energiepolitik
Stahlwerk Georgsmarienhütte in Niedersachsen stellt Produktion wegen explodierender Stromkosten ein
Das Stahlwerk Georgsmarienhütte in Niedersachsen hat aufgrund stark gestiegener Strompreise die Produktion eingestellt. Geschäftsführerin Anne-Marie Großmann macht die deutsche Energiepolitik für die Schließung verantwortlich und warnt vor schweren wirtschaftlichen Folgen.
Die Strompreise in Deutschland sind kürzlich auf über 400 Euro pro Megawattstunde geklettert. Diese hohen Kosten zwangen das Werk, den Betrieb einzustellen – darunter auch die Produktion von „grünem Stahl“ im Lichtbogenofen. Großmann betonte, dass Unternehmen unter einem solchen finanziellen Druck keine Produktion aufrechterhalten könnten, was zu Jobverlusten und wirtschaftlichem Schaden führe.
Die deutsche Energiewende hat Versorgungslücken hinterlassen: Zwar wurden Kernkraftwerke abgeschaltet, doch der Bau neuer Gaskraftwerke wurde weder genehmigt noch vorangetrieben. Großmann kritisierte diesen Kurs scharf und argumentierte, er habe die Wettbewerbsfähigkeit geschwächt, während ausländische Konkurrenten unbeeinträchtigt blieben.
Sie forderte sofortiges Handeln und erklärte: „Jetzt ist der Zeitpunkt zum Handeln.“ Zu ihren Lösungsvorschlägen gehören die Stabilisierung der Strompreise, die Senkung der Netzentgelte sowie der Einsatz von Erdgas als Übergangslösung. Vor allem verlangte sie von der Politik, sich stärker auf Wirtschaftswachstum und Wohlstand zu konzentrieren statt auf ideologische Ziele.
Die Stilllegung in Georgsmarienhütte zeigt, wie stark die deutsche Industrie unter den steigenden Energiekosten leidet. Ohne Kurskorrektur drohen weitere Werksschließungen und Arbeitsplatzverluste. Großmanns Warnungen deuten auf eine tiefere Krise der Wettbewerbsfähigkeit hin – solange die Strompreise auf unhaltbarem Niveau bleiben.