Schwarz Digits baut Europas größtes Rechenzentrum für 11 Milliarden Euro in Brandenburg
Finn WagnerSchwarz Digits baut Europas größtes Rechenzentrum für 11 Milliarden Euro in Brandenburg
Schwarz Digits plant riesiges Rechenzentrum für 11 Milliarden Euro in Lübbenau, Brandenburg
Das neue Datenzentrum soll 100.000 Grafikprozessoren (GPUs) beherbergen und ist Teil des europäischen Strebens nach digitaler Unabhängigkeit. Das Unternehmen argumentiert, der Kontinent müsse seine Abhängigkeit von US-amerikanischen und chinesischen Tech-Konzernen verringern, indem er die Kontrolle über eigene Daten und Infrastruktur übernimmt.
Dieser Schritt reiht sich in die bundesweiten Bestrebungen ein, sich von ausländischen Anbietern zu lösen. So hatte Schleswig-Holstein bereits im Oktober 2025 die Umstellung seiner E-Mail- und Identitätsmanagement-Systeme auf Open-Source-Lösungen abgeschlossen und damit die Zusammenarbeit mit ausländischen Technologieunternehmen beendet.
Eigene Cloud-Infrastruktur für mehr Datensouveränität Schwarz Digits, eine Tochter der Schwarz Gruppe, baut eine eigene Cloud-Infrastruktur auf, um Daten innerhalb Europas zu halten. Die hauseigene Cloud-Plattform Stackit bedient bereits große Kunden wie die Deutsche Bahn, den FC Bayern München und die Berliner Charité. Durch das Angebot einer Alternative zu US-amerikanischen Cloud-Diensten will das Unternehmen die Datensouveränität von Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen sichern.
Das neue Rechenzentrum wird vorrangig interne Daten der Schwarz Gruppe verarbeiten. Überschüssige Speicher- und Rechenkapazitäten sollen jedoch auch externen Kunden zur Verfügung stehen. Im Gegensatz zu vielen Mitbewerbern setzt Schwarz Digits auf Open-Source-Technologien und arbeitet mit europäischen KI-Unternehmen wie Aleph Alpha zusammen. Dieser Ansatz ermöglicht es dem Unternehmen, die volle Kontrolle über Datenflüsse und -verarbeitung zu behalten.
Europa als Vorreiter für verantwortungsvolle KI-Nutzung Rolf Schumann, Vorstandsvorsitzender von Schwarz Digits, betont, dass Europas Stärke darin liege, KI als Produktivitätstool und nicht nur als Konsumententechnologie einzusetzen. Er befürwortet strengere Regulierungen wie den EU AI Act und die DSGVO und argumentiert, klare Regeln schafften Vertrauen und förderten innovative, verantwortungsvolle Lösungen. Seine Haltung spiegelt eine größere europäische Ambition wider: Daten in wirtschaftlichen Wert zu verwandeln und gleichzeitig die Abhängigkeit von ausländischer Technologie zu verringern.
Regionale Initiativen stärken die digitale Souveränität Das Projekt passt zu anderen regionalen Vorhaben. Die Entscheidung Schleswig-Holsteins, seine E-Mail- und Identitätssysteme auf Open-Source-Lösungen wie Open Xchange, Thunderbird und Univention Nubus umzustellen, unterstreicht das wachsende Engagement für eine heimische digitale Infrastruktur. Durch Investitionen in lokale Anbieter tragen öffentliche Einrichtungen dazu bei, dass Europa die Kontrolle über seine digitale Zukunft zurückgewinnt.
Ein Meilenstein für Europas digitale Eigenständigkeit Das Rechenzentrum in Lübbenau wird die europäischen Bestrebungen nach digitaler Souveränität weiter vorantreiben. Mit 100.000 GPUs und dem Fokus auf Open-Source-Zusammenarbeit bietet Schwarz Digits eine sichere, europäische Alternative zu ausländischen Cloud-Diensten. Das Projekt zeigt zudem, wie Regulierung und lokale Investitionen die technologische Landschaft des Kontinents prägen.






