06 March 2026, 02:08

Sechs Jahre nach Hanau: Familie Kurtović kämpft weiter um Gerechtigkeit für Hamza

Eine detaillierte Karte von Hanau, Deutschland, in Blau und Weiß, die Straßen, Text und Zahlen zeigt.

Erinnerung an die Opfer von Hanau - Wulff ruft zur Vielfalt auf - Sechs Jahre nach Hanau: Familie Kurtović kämpft weiter um Gerechtigkeit für Hamza

Angehörige und Freunde versammelten sich in Hanau, um sechs Jahre nach seinem Tod bei einem rassistischen Anschlag an Hamza Kurtović zu erinnern. Die Gedenkveranstaltung fand statt, während seine Familie weiterhin Gerechtigkeit fordert und den Vorwurf erhebt, die Ermittler hätten zentrale Details nicht ausreichend geprüft. Auch Vertreter aus Politik und ehemalige Amtsträger nahmen teil und riefen zu entschlossenerem Vorgehen gegen Diskriminierung auf.

Zum sechsten Jahrestag des Hanau-Attentats hielten Vertreter des Landes Hessen, der Stadt und der Bundesregierung eine schweigende Mahnwache ab. Der ehemalige Bundespräsident Christian Wulff beteiligte sich an der Zeremonie und appellierte daran, Ausgrenzung abzulehnen und sich aktiv für Vielfalt einzusetzen. Er kritisierte die gesellschaftliche Gewohnheit, Diskriminierung zu ignorieren, und forderte einen gemeinsamen Wandel.

Die Familie Kurtović nahm nicht an der offiziellen Veranstaltung teil. Hamzas Vater, Armin, und seine Mutter, Dijana, werfen der Ausländerbehörde seit Langem vor, den Fall falsch behandelt zu haben. Im Mittelpunkt ihrer Kritik steht der verschlossene Notausgang am zweiten Tatort, der ihrer Ansicht nach nie vollständig untersucht wurde. Im November 2023 reichten sie eine Verfassungsbeschwerde wegen des Todes ihres Sohnes ein, nachdem ein Versuch, 2023 neue Ermittlungen zu erzwingen, abgelehnt worden war.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Seit dem Anschlag von 2020 hat in Deutschland die Debatte über rassistische Gewalt an Fahrt aufgenommen. Berichte von Human Rights Watch aus dem Jahr 2026 wiesen auf anhaltende Probleme hin, darunter steigende Hasskriminalität und mangelhafte Polizeiarbeit. Zwar hat die Regierung Initiativen gestartet – etwa Kulturwettbewerbe gegen Rassismus und einen Bericht zu muslimfeindlicher Feindseligkeit aus dem Jahr 2023 –, doch Kritiker fordern mehr Engagement zum Schutz von Minderheiten und zur Unterstützung trauernder Familien.

Die Gedenkveranstaltungen mit Kranzniederlegungen und Demonstrationen gehen weiter. Doch Familien wie die Kurtovićs suchen weiterhin nach Antworten und argumentieren, dass systemische Versäumnisse sie ohne Gerechtigkeit zurückließen.

Der Jahrestag stand im Zeichen von Erinnerung und ungelösten Fragen. Zwar haben die Behörden Maßnahmen gegen Rassismus ergriffen, doch die Familien bestehen darauf, dass es weiterhin Lücken bei der Aufarbeitung gibt. Für die Kurtovićs geht der Kampf um eine lückenlose Untersuchung des Todes ihres Sohnes weiter.

Quelle