Söder als Braveheart und Bär als Meeresschützer: Politik feiert Karneval mit Botschaften
Philipp HartmannSöder als Braveheart und Bär als Meeresschützer: Politik feiert Karneval mit Botschaften
Politiker brachten in diesem Jahr Farbe und Humor in die Karnevalsfeiern in Veitshöchheim. Beim Fastnacht-in-Franken-Ball sorgten aufwendige Kostüme mit spielerischen Botschaften für Aufsehen – von politischem Widerstand bis hin zu Forderungen nach Gleichberechtigung. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder zog mit einem Braveheart-inspirierten Outfit alle Blicke auf sich und spielte damit auf die Spannungen mit Berlin an.
Söder erschien als William Wallace, der schottische Rebell aus Braveheart. Sein von Dirk Hirsch vom Staatstheater Nürnberg gestaltetes Kostüm zog Parallelen zwischen Bayerns Haltung und historischem Widerstand. Söder beschrieb die Wahl als "ein bisschen wie Bayern und Berlin", doch seit der Wahl 2021 gab es keine klaren Auswirkungen auf die öffentliche Meinung.
Bundesforschungsministerin Dorothee Bär setzte auf einen anderen Ansatz: Mit türkisfarbenen Augenlidern und einem Fischernetz-Kostüm lenkte sie die Aufmerksamkeit auf den Meeresschutz. Ihr Mann, Oliver Bär, scherzte, sie sei in ihrem Ministeramt ohnehin schon "eine Rakete".
Andernorts trat die bayerische Landtagspräsidentin Ilse Aigner als Suffragette auf und rief mehr Frauen dazu auf, in die Politik zu gehen. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt hingegen verkörperte Lucky Luke – mit charakteristischer Tolle und einer Banane im Holster.
Die Veranstaltung verband Unterhaltung mit subtilen politischen Aussagen. Söders Braveheart-Kostüm stach als visuelle Hommage an die regionale Identität hervor, während andere ihre Outfits nutzten, um sich für Umwelt- und Sozialthemen einzusetzen. Der Ball bewies einmal mehr, dass der Karneval nicht nur ein Fest der Ausgelassenheit, sondern auch eine Bühne für gesellschaftliche Kommentare ist.