27 April 2026, 06:11

SoVD attackiert Merz' Rentenpläne als "inakzeptabel" und fordert Kurswechsel

Gelbes Papier mit schwarzer Tinte Handschrift, ein deutscher Regierungsbrief, der die Freigabe einer Petition für den Tod eines Mannes anfordert.

SoVD attackiert Merz' Rentenpläne als "inakzeptabel" und fordert Kurswechsel

Der Sozialverband Deutschland (SoVD) hat die neuesten Sozial- und Rentenvorhaben der Regierung scharf angegriffen. SoVD-Präsidentin Michaela Engelmeier verurteilte die Pläne von Bundeskanzler Friedrich Merz und Gesundheitsministerin Nina Warken und warnte, sie gefährdeten die finanzielle Sicherheit benachteiligter Bevölkerungsgruppen. Die Kritik kam vor einer entscheidenden Kabinettssitzung, in der die Minister aufgefordert wurden, die Reformen zu überdenken.

Engelmeier richtete sich in einer Rede auf dem Kongress der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA) in Marburg gezielt gegen die Rentenpläne des Kanzlers. Sie warf Merz vor, das Vertrauen in die gesetzliche Rente zu untergraben, indem er andeutete, diese werde künftig nur noch eine Grundabsicherung bieten. Zuvor hatte Merz beim Jahresempfang des Bundesverbands deutscher Banken erklärt, das aktuelle System sei in seiner jetzigen Form nicht mehr tragfähig.

Auf derselben Veranstaltung bezeichnete Engelmeier Merz' Versuch, die Arbeit der Rentenkommission vorwegzunehmen, als "völlig inakzeptabel". Stattdessen forderte sie gezielte Maßnahmen, darunter Reformen am Arbeitsmarkt und eine schrittweise Anhebung des Rentenniveaus auf 53 Prozent.

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Ihre Kritik galt auch den Gesundheitsreformen von Ministerin Nina Warken. Engelmeier nannte die geplanten Kürzungen beim Krankengeld "völlig unverständlich und sozial höchst bedenklich". Zudem verurteilte sie die Absicht, die beitragsfreie Familienversicherung für Ehepartner teilweise abzuschaffen, als ungerecht.

Die SoVD-Vorsitzende bestand darüber hinaus darauf, dass der Staat die Milliardenkosten für die Krankenversicherungsbeiträge von Grundsicherungsempfängern aus Steuermitteln tragen müsse. Der Verband forderte die Minister in einer offiziellen Stellungnahme auf, die Reformen während der Kabinettssitzung am Mittwoch zu stoppen.

Merz präzisierte später auf der CDA-Tagung seine Position und betonte, er habe keine Pläne, die gesetzliche Rente zu kürzen. Seine früheren Äußerungen hatten jedoch bereits breite Kritik von Sozialverbänden ausgelöst.

Der Vorstoß des SoVD erhöht den Druck auf die Regierung, ihre Sozial- und Rentenpolitik zu überdenken. Engelmeiers Forderungen nach höheren Renten, steuerfinanzierter Gesundheitsunterstützung und einem Stopp der Kürzungen deuten auf eine zunehmende Kontroverse um die Sozialreformen hin. Das Ergebnis der Kabinettssitzung wird zeigen, ob die Pläne wie vorgesehen umgesetzt werden.

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