02 April 2026, 10:08

Spätaussiedler-Zahlen sinken 2025 auf historischen Tiefstand in Friedland

Alte deutsche Briefmarke auf einem Umschlag vom 7. August 1909 mit der Aufschrift "├ľsterreich - Deutschland - Cover nach Deutschland".

Spätaussiedler-Zahlen sinken 2025 auf historischen Tiefstand in Friedland

Durchgangslager Friedland registrierte 2025 nur noch 4.238 Spätaussiedler – Rückgang setzt sich fort

Im Jahr 2025 wurden im niedersächsischen Durchgangslager Friedland 4.238 Spätaussiedler erfasst – ein weiterer Rückgang in der langjährigen Abwärtstendenz. Darunter befanden sich 1.079 Personen aus Kasachstan, eine Zahl, die den anhaltenden Rückgang dieser Gruppe bestätigt. Das Lager bleibt der zentrale Ankunftsort für Menschen, die im Rahmen des deutschen Spätaussiedlerprogramms einreisen.

Die Zahl der kasachischen Spätaussiedler ist seit den frühen 2000er-Jahren stark gesunken. Während 2010 noch 508 registriert wurden, verringerte sich die Zahl 2012 auf 422. 2024 war ein leichter Anstieg auf etwa 2.546 zu verzeichnen, doch 2025 sank die Zahl erneut auf 1.079.

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Insgesamt prüfte Deutschland 2025 6.209 Anträge von Spätaussiedlern, doch nur 3.700 wurden bewilligt – die niedrigste Quote seit über einem Jahrzehnt. Neben den kasachischen Zuwanderern verzeichnete Friedland 2.562 Personen aus Russland, 381 aus der Ukraine und 80 aus Kirgisistan.

Mehrere Gründe für den Rückgang

Der anhaltende Rückgang der Spätaussiedlerzahlen hat mehrere Ursachen. Strengere Aufnahmekriterien, etwa das nach 2005 eingeführte Kontingent-System, haben die Anspruchsberechtigung eingeschränkt. Zudem haben sich die wirtschaftlichen Bedingungen in den Nachfolgestaaten der Sowjetunion verbessert, und die potenzielle Migrantengeneration wird zunehmend älter – beides verringert den Zuzugsdruck.

Friedland bleibt weiterhin die zentrale Anlaufstelle für Spätaussiedler und bietet Erstregistrierung sowie Integrationshilfen an. Mit jährlich nur noch wenigen tausend Neuankömmlingen hat das Programm jedoch deutlich an Bedeutung verloren – verglichen mit den Spitzenwerten der 1990er-Jahre. Bei Beibehaltung der aktuellen Politik wird sich der Abwärtstrend voraussichtlich fortsetzen.

Quelle