16 January 2026, 11:22

SPD und CDU bilden überraschend Koalition in Brandenburg nach monatelangem Ringen

Ein Schild mit einem links aufgerichteten Löwen, einem Chevron auf der rechten Seite und einer Krone in der Mitte, gekrönt mit einer Krone und der schwarzen Schrift 'Brandenburg' unten.

Brandenburgs Ungleiche Koalitionsmacher: Woidke und Redmann - SPD und CDU bilden überraschend Koalition in Brandenburg nach monatelangem Ringen

Brandenburgs politische Landschaft hat sich nach Wochen der Ungewissheit neu formiert. Nach der Wahl 2024 verfügen SPD und CDU nun über eine knappe Zweisitzmehrheit – und ebnen damit den Weg für eine Koalition. Trotz ihrer Unterschiede haben sich Ministerpräsident Dietmar Woidke und CDU-Landeschef Jan Redmann darauf verständigt, gemeinsam für Stabilität im Land zu sorgen.

Der Weg zu dieser Einigung war alles andere als geradlinig. Nach der Wahl loteten SPD und CDU zunächst eine Regierungsbildung aus, scheiterten jedoch an der Sitzverteilung. Gespräche mit der BSW platzen, als deren Spitzenkandidat und ehemaliger stellvertretender Ministerpräsident Robert Crumbach zur SPD überlief. Sein Seitenwechsel räumte ein zentrales Hindernis aus dem Weg und ermöglichte Woidke und Redmann eine Neuausrichtung ihrer Pläne.

Woidke, seit 2013 Regierungschef Brandenburgs, hatte seine politische Zukunft zuvor an die Fähigkeit der SPD geknüpft, der rechtsextremen AfD etwas entgegenzusetzen. Redmann, der seit 2019 die CDU-Fraktion führt, sah sich im Wahlkampf mit eigenen Herausforderungen konfrontiert – darunter die Einräumung einer Trunkenheitsfahrt. Dennoch pflegten beide ein konstruktives Arbeitsverhältnis. Die beiden Politiker ergänzen sich mit unterschiedlichen Stärken: Woidke gilt als erfahrener, ruhiger Krisenmanager, während Redmann als pragmatischer Macher mit tiefen regionalen Wurzeln wahrgenommen wird. Ihre Verhandlungsfähigkeit – trotz konträrer Persönlichkeiten – wurde bereits mehrfach auf die Probe gestellt. Beide bezeichnen sich als Pragmatiker, die direkte Lösungen dem politischen Geplänkel vorziehen. Mit der nun gesicherten Zweisitzmehrheit soll ihre Koalition dem Land eine stabile Regierung bieten. Sicherheit und Kontinuität standen im Mittelpunkt ihrer Entscheidung, besonders nach dem Scheitern der BSW-Gespräche, das Brandenburg in eine politische Unsicherheit stürzte.

Die SPD-CDU-Koalition tritt ihr Amt mit einer schmalen, aber handlungsfähigen Mehrheit an. Die Partnerschaft zwischen Woidke und Redmann, geprägt von gegenseitigem Respekt und einem gemeinsamen Regierungsfokus, wird die nächste politische Phase Brandenburgs prägen. Ihr Erfolg hängt davon ab, die Zusammenarbeit trotz unterschiedlicher Herangehensweisen aufrechtzuerhalten.