12 March 2026, 20:12

St.-Johannis-Kirche in Soltau: Historische Schätze werden vor dem Verfall gerettet

Eine Schwarz-Weiß-Zeichnung einer alten, baufälligen Kirche mit bröckelnden Wänden und zerbrochenen Fenstern vor einem weißen Hintergrund.

St.-Johannis-Kirche in Soltau: Historische Schätze werden vor dem Verfall gerettet

Die St.-Johannis-Kirche in Soltau erreicht Meilenstein bei umfangreicher Sanierung

Die St.-Johannis-Kirche in Soltau hat einen wichtigen Meilenstein in ihrer umfassenden Renovierung erreicht. Die erste Phase, die Mitte 2023 abgeschlossen wurde, machte das historische Gebäude durch barrierefreie Zugänge vollständig zugänglich. Nun stehen weitere Arbeiten an, um die einzigartigen Wandmalereien zu restaurieren, die Bausubstanz zu modernisieren und die Rolle des Gebäudes als kulturelles und gemeinschaftliches Zentrum zu bewahren.

Die zwischen 1907 und 1908 erbaute Kirche wurde im Laufe der Jahrzehnte mehrfach umgestaltet. Ein großer Umbau in den Jahren 1972–1973 verwandelte sie von einer traditionellen Kirche mit 1.000 Plätzen in ein vielseitig nutzbares Gottes- und Gemeindehaus – eine Kombination aus Gottesdienstraum und Begegnungsstätte. Der Altar wurde an die Südwand verlegt, sodass der Raum seitdem nicht nur für Gottesdienste, sondern auch für kulturelle Veranstaltungen wie die Konzerte des Musikalischen März sowie lokale Aktivitäten genutzt wird.

Die nächste Phase, die im Frühjahr 2025 beginnen soll, konzentriert sich auf den Kern des Gebäudes. Dazu gehören energetische Sanierungsmaßnahmen, statische Verbesserungen und die Restaurierung der historischen Wand- und Deckengemälde. Zwei Kunstwerke bedürfen dringend der Aufmerksamkeit: das 1921 von Rudolf Schäfer geschaffene Wandgemälde, das durch abblätternde Pigmente und pulvrige Farbschichten stark beschädigt ist, sowie das Deckenbild von Carl Wiederhold aus dem Jahr 1907, das gereinigt und von Rissen befreit werden muss.

Im Inneren werden die beschädigte Dämmung über dem Tonnengewölbe ersetzt, die originalen Kleinformatfenster erhalten und die Elektroinstallation modernisiert. Die Innenräume erhalten einen warmen elfenbeinfarbenen Grundton, der die restaurierten Gemälde und Fresken in ihren ursprünglichen leuchtenden Farben zur Geltung bringen soll. Die Orgel von 1968 kann jedoch erst nach Abschluss der Bauarbeiten restauriert werden, da Staub und Schmutz das empfindliche Instrument beschädigen könnten.

Die Finanzierung bleibt eine Herausforderung: Für das Projekt werden über eine Million Euro benötigt. Bisher wurden vom Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestags 520.000 Euro bewilligt. In der ersten Phase wurden bereits der Gemeindesaal und die Gruppenräume saniert sowie neue Zugänge geschaffen, um die Nutzbarkeit zu verbessern.

Die Sanierungsarbeiten sollen sicherstellen, dass die St.-Johannis-Kirche auch künftig als funktionaler und kulturell bedeutender Ort für die Region erhalten bleibt. Nach Abschluss der Arbeiten wird das Gebäude weiterhin Gottesdienste, Konzerte und Gemeinschaftsveranstaltungen beherbergen – bei Bewahrung seines historischen Charakters. Die nächsten Schritte hängen davon ab, die fehlenden Mittel zu sichern und die baulichen sowie künstlerischen Restaurierungen wie geplant abzuschließen.

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