06 March 2026, 10:13

Streit um Apothekenfinanzierung: Lokaler Apotheker attackiert Grüne-Politikerin

Ein Plakat mit Text über Arzneimittelpreisdifferenzen im Jahr 2022, darunter ein paar Flaschen und eine Spritze.

Streit um Apothekenfinanzierung: Lokaler Apotheker attackiert Grüne-Politikerin

Ein erbitterter Wortwechsel ist zwischen einem örtlichen Apotheker und einer Gesundheitspolitikerin der Grünen über die Finanzierung von Apotheken entbrannt. Zafer Arslan, Inhaber der Apotheke an der Post in Wermelskirchen, ging direkt auf Konfrontationskurs mit Paula Piechotta, nachdem diese Pläne für eine Erhöhung der pauschalen Abgabegebühren für Apotheken kritisiert hatte. Der Streit unterstreicht die wachsenden Spannungen bei der finanziellen Unterstützung von öffentlichen Apotheken im Vergleich zu anderen Bereichen des Gesundheitswesens.

Ausgelöst wurde der Konflikt durch Piechottas Stellungnahme gegen das Apotheken-Versorgungsstärkungsgesetz. Sie argumentierte, eine pauschale Anhebung der Abgabegebühren würde vor allem großen, umsatzstarken Apotheken unrechtmäßig zugutekommen. Eine solche Maßnahme verteile die Mittel im Sektor unfair, so ihre Kritik.

Arslan konterte mit einer scharf formulierten E-Mail, in der er Piechotta aufforderte, ihre Haltung zu erklären. Er fragte, was Apotheken ihr getan hätten und warum sie sie als Problem darstelle. In seiner Nachricht verteidigte er die Rolle der lokalen Apotheken und betonte, diese garantierten den Zugang zu Medikamenten, böten persönliche Beratung und seien rund um die Uhr erreichbar – auch nachts und in Notfällen. Im Gegensatz zu Ärzten oder Abgeordneten trügen Apotheker Risiken ohne automatische Inflationsanpassungen oder finanzielle Absicherungen, so Arslan.

Der Apotheker verwies zudem auf die Ungleichheit bei jüngsten Gehaltserhöhungen: Seit 2020 seien die Festbeträge für Ärzte durch Vereinbarungen mit den Krankenkassen um 15–20 % gestiegen, während die Apothekengebühren durch Reformen wie AMNOG und APVTR nur um 5–10 % angehoben worden seien. Die Vergütung von Ärzten richte sich nach der Praxisauslastung, die der Apotheken hingegen nach Rabattverträgen gemäß §129 SGB V. Arslan hinterfragte, warum Piechotta die deutlich höheren Einkommenssteigerungen für Ärzte oder Politiker nicht kritisiere, und warnte, dass viele Apotheken mittlerweile um ihr Überleben kämpften.

Aus Piechottas Büro liegt bisher keine öffentliche Reaktion auf Arslans E-Mail vor.

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Der Streit wirft ein Schlaglicht auf die finanziellen Belastungen, denen deutsche Apotheken ausgesetzt sind. Während Ärzte und Abgeordnete deutliche Gehaltserhöhungen erhalten haben, argumentieren Apothekenbesitzer, dass ihre Einnahmen weder mit der Inflation noch mit den Betriebskosten Schritt gehalten hätten. Das Ergebnis dieser Debatte könnte die künftige Finanzierung öffentlicher Apotheken im gesamten Land prägen.

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