13 March 2026, 04:08

Streit um Leinenpflicht und Feldlerchen-Schutz im Schneverdinger Stadtrat

Ein hölzerner Zaun mit einem Schild, auf dem "Besucher bleiben auf dem Naturweg" steht, umgeben von grünem Gras und kleinen Steinen.

Streit um Leinenpflicht und Feldlerchen-Schutz im Schneverdinger Stadtrat

Hitzige Debatte im Schneverdinger Stadtrat: Umweltauflagen und Einzelhandelsregulierung sorgen für volle Ränge

Eine emotional geführte Sitzung des Schneverdinger Stadtrats zog vergangenen Donnerstag zahlreiche Zuschauer an, als Anwohner über neue Umwelt- und Einzelhandelsvorschriften diskutierten. Die mehr als zweistündige Sitzung drehte sich vor allem um Leinenpflicht für Hunde, Anpassungen der Brutzeit für Feldlerchen sowie Pläne zur Eindämmung großflächiger Einzelhandelsprojekte. Die Stimmung war angespannt, da Naturschutzbelange und lokale Interessen immer wieder aufeinandertrafen.

Ein zentraler Streitpunkt war die ganzjährige Leinenpflicht für Hunde, die bereits im Dezember per Allgemeinverfügung eingeführt worden war. Gleichzeitig wiesen Naturschützer auf den dramatischen Rückgang der Feldlerchen in der Region hin und forderten strengere Schutzmaßnahmen im Natura-2000-Gebiet der Lüneburger Heide.

Die Sitzung begann mit einer Überprüfung der umstrittenen Leinenpflicht, die bei Hundebesitzern auf breiten Widerstand stößt. Die neu gegründete Interessengemeinschaft Pro Hund nutzte die Gelegenheit, um ihre Unzufriedenheit zu äußern und die Regelung als überzogen zu kritisieren. Die Stadtverwaltung kündigte daraufhin an, Hinweisschilder aufzustellen, um die neuen Bestimmungen zu erläutern.

Ein weiteres brisantes Thema war die Vorverlegung der Brut- und Setzzeit im Truppenübungsplatz Reinsehlen – eine Maßnahme zum Schutz bodennistender Vögel wie der Feldlerche. Frank Horn von der SWG/FDP-Fraktion übt scharfe Kritik an der Entscheidung und monierte, dass aktuelle Bestandsdaten der Feldlerchen fehlen. Er stellte infrage, ob die Anpassung ohne belastbare Zahlen gerechtfertigt sei. Trotz der Bedenken wurde der Antrag mit Mehrheit angenommen.

Die ökologische Dringlichkeit wurde deutlich, als Beamte darauf hinwiesen, dass der Feldlerchenbestand im Raum Schneverdingen in den vergangenen fünf Jahren um 25 bis 30 Prozent eingebrochen ist. Als Hauptgründe gelten intensive Landwirtschaft, der Verlust von Brachflächen und der Klimawandel. Um gegenzusteuern, hat der NABU Ackerbrachen und Blühstreifen eingeführt, während EU-Agrarsubventionen und Landesüberwachungsprogramme seit 2022 ausgeweitet wurden.

Neben Umweltthemen beschloss der Rat auch ein Nahversorgungskonzept zur Regulierung großflächiger Einzelhandelsprojekte. Der Plan, der eine unkontrollierte kommerzielle Expansion verhindern soll, setzte sich trotz einhelliger Ablehnung der SWG/FDP-Fraktion durch. Zudem ging die Förderung der Vier-Dörfer-Sporthalle in die zweite Phase, doch eine Entscheidung über den städtischen Finanzierungsanteil wurde vertagt, da aktuelle Kostenschätzungen erst spät vorlagen.

Die Sitzung endete mit mehreren beschlossenen Maßnahmen: Die Leinenpflicht bleibt bestehen, die Brutzeit beginnt früher, und das Einzelhandelskonzept wird künftige Bauvorhaben prägen. Informationsschilder für Hundehalter sollen in Kürze aufgestellt werden, während die Schutzmaßnahmen für Feldlerchen im Rahmen von EU- und Landesinitiativen fortgeführt werden. Die Finanzierung der Sporthalle hingegen bleibt vorerst offen und wird nach weiteren Prüfungen entschieden.

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