19 June 2026, 18:04

Streit um Millionenprojekt: Braucht die Region den Radschnellweg zwischen Wolfenbüttel und Braunschweig?

Schnellstraßenradweg trotz Finanzkrise? Wolfenbüttel trifft Entscheidung

Streit um Millionenprojekt: Braucht die Region den Radschnellweg zwischen Wolfenbüttel und Braunschweig?

Ein geplanter Fahrradschnellweg zwischen Wolfenbüttel und Braunschweig hat unter lokalen Politikern eine Debatte ausgelöst. Das auf 1,365 Millionen Euro geschätzte Projekt soll die Radinfrastruktur verbessern, stößt jedoch bei mehreren Parteien auf Widerstand.

Die Stadtverwaltung rechnet mit etwa 2.000 täglichen Fahrten auf der neuen Radschnellverbindung. Eine Zählstation verzeichnete 2025 jedoch durchschnittlich nur 367 Radfahrten pro Werktag. Da Pendler die Station in der Regel zweimal passieren, deutet dies darauf hin, dass derzeit etwa 241 Menschen täglich zwischen den beiden Städten unterwegs sind.

Leonhard Pröttel von den Grünen kritisierte die CDU dafür, sich auf die lokale Radinfrastruktur zu konzentrieren, statt die überregionale Strecke voranzutreiben. Manfred Wolfrum von der AfD hielt die geschätzten jährlichen Folgekosten von 30.000 Euro für unrealistisch niedrig. Rudolf Ordon von der FDP sieht keinen Bedarf für eine weitere Verkehrsverbindung, da bereits zwei gut ausgebaute Radwege existieren.

Die SPD-Fraktion unterstützt das Vorhaben und setzt sich für eine gleichberechtigte Behandlung aller Verkehrsteilnehmer ein. Gleichzeitig kämpft Wolfenbüttel mit einem Haushaltsdefizit von 19 Millionen Euro, was die finanzielle Debatte zusätzlich belastet.

Der Fahrradschnellweg bleibt ein umstrittenes Thema. Befürworter betonen das Potenzial, den Radverkehr zu stärken, während Gegner die Kosten und die Notwendigkeit infrage stellen. Die Stadt muss diese Aspekte gegen die aktuellen finanziellen Zwänge abwägen.

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