Sven Schulze übernimmt im Januar das Ministerpräsidentenamt in Sachsen-Anhalt
Finn WagnerSven Schulze: Was ich von Reiner Haseloff gelernt habe - Sven Schulze übernimmt im Januar das Ministerpräsidentenamt in Sachsen-Anhalt
Sven Schulze steht kurz davor, im Januar als neuer Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt das Amt zu übernehmen. Der 44-jährige CDU-Politiker hat jahrelang eng mit seinem Vorgänger Reiner Haseloff zusammengearbeitet, der seinen Führungsstil maßgeblich geprägt hat. Ihre gemeinsamen Gewohnheiten und der gegenseitige Respekt deuten auf einen reibungslosen Übergang in der Landesregierung hin.
Schulzes politische Karriere gewann Ende 2016 an Fahrt, als Haseloff ihm die neu geschaffene Position des CDU-Generalsekretärs in Sachsen-Anhalt übertrug. Bereits im März 2021 stieg er zum Landesvorsitzenden auf und spielte eine zentrale Rolle bei der Bildung einer Koalition mit SPD und FDP nach der Landtagswahl. Seit 2021 fungiert er als Wirtschaftsminister sowie als Chefressort für Tourismus, Landwirtschaft und Forstwirtschaft – stets an der Seite Haseloffs, mit dem er die sogenannte „Deutschland-Koalition“ ohne größere Konflikte stabilisierte.
Haseloff, der nach 13 Jahren im Amt zurücktritt, betont, dass sein Nachfolger seine Fähigkeiten unter Beweis stellen müsse. Er beschrieb Schulze als jemanden, der „Erfahrung und Format“ in die Rolle bringe. Schulze seinerseits hat einige von Haseloffs Führungsmerkmalen übernommen, etwa die Gewohnheit, wichtige Entscheidungen „eine Nacht drüber zu schlafen“ und jüngeren Kollegen Vertrauen zu schenken. Auch die Frage „Wo kommen Sie her?“ – ein Gesprächstaktik, mit der Haseloff oft Wähler für sich gewann – gehört mittlerweile zu Schulzes Repertoire. Sein Führungsstil unterscheidet sich dennoch in Nuancen von dem seines Vorgängers. Er spricht davon, eine frische Perspektive einzubringen, geprägt durch sein jüngeres Alter und sein Familienleben. Trotz dieser Unterschiede sieht er in Haseloff auch nach der Amtsübergabe einen vertrauten Berater. Die beiden verbindet eine enge Beziehung, die auf Jahren der Zusammenarbeit in der Regierung beruht.
Schulzes Wechsel ins Ministerpräsidentenamt markiert das Ende von Haseloffs langer Amtszeit. Seine Erfahrung in Koalitionsbildung und Wirtschaftspolitik wird seine ersten Monate im Amt prägen. Nun bleibt abzuwarten, wie seine Mischung aus Kontinuität und Wandel die Zukunft Sachsen-Anhalts gestalten wird.