Thüringens Handwerk kämpft sich durch Krisenjahr 2025 – doch Hoffnung keimt
Leni SchulzHandwerkstag: Hoffen, dass Investitionsprogramme nicht ins Leere laufen - Thüringens Handwerk kämpft sich durch Krisenjahr 2025 – doch Hoffnung keimt
Thüringens Handwerk erlebte 2025 ein schwieriges Jahr: Die Auftragsbücher schrumpften, die Kosten stiegen. Dennoch hielten die rund 28.000 Betriebe mit 140.000 Beschäftigten stand – sogar mit einem leichten Anstieg der neuen Auszubildenden auf über 3.000.
Der durchschnittliche Auftragsbestand sank auf nur noch acht Wochen, den niedrigsten Stand seit 2020. Viele Unternehmen fahren ihre Aktivitäten zurück: Lediglich fünf Prozent planen Investitionen, während fast die Hälfte ihre Ausgaben kürzen will. Hohe Kosten und Unsicherheit bremsen die Expansionspläne.
Entlastung könnte von kommenden Förderprogrammen des Landes ausgehen. Das "Handwerksaufbauprogramm Thüringen 2026", eine Milliarde schweres Vorhaben von Bund und Ländern, soll die Branche beleben. Handwerksbetriebe warten auf Aufträge im Rahmen dieser kreditgestützten Initiativen, insbesondere für Sanierungen und Infrastrukturprojekte. Doch die Prognose für 2026 bleibt verhalten: Unklare kommunale Investitionsentscheidungen lassen die Unternehmen weiter zögern. Zwar setzt die Branche auf den Schub durch öffentliche Mittel – entscheidend wird aber sein, wie schnell die Pläne greifen.
Trotz des harten Jahres 2025 hält sich Thüringens Handwerk über Wasser. Mit neuen Fachkräftenachwuchs und großen Investitionsprogrammen in Aussicht könnte sich die Lage schrittweise bessern. Ob 2026 tatsächlich die Wende bringt, hängt davon ab, ob die versprochenen Gelder in konkrete Aufträge münden.