17 April 2026, 12:09

Tim Mälzer als "Artist in Residence": Vom Skeptiker zum Campus-Star

Ein Mann in einer Schürze, identifiziert als der Küchenchef der University of Texas at Austin, spricht mit einem anderen Mann auf einem Balkon, während eine Gruppe von Menschen um ihn herum sitzt und steht, mit Bäumen und einem Gebäude im Hintergrund.

Tim Mälzer als "Artist in Residence": Vom Skeptiker zum Campus-Star

Sternkoch Tim Mälzer hat seine Rolle als "Artist in Residence" am Square-Lernzentrum der Universität St. Gallen angenommen. Sein erster Workshop mit dem Titel "Können vegane Apéritif-Kreationen Michelin-Stern-Niveau erreichen?" eröffnete eine Reihe von Veranstaltungen, in der er sein Fachwissen teilt und zu lebhaften Diskussionen anregt. Zwar stand er der Idee anfangs skeptisch gegenüber, heute nennt er die Chance "brillant" und fühlt sich auf dem Campus wie zu Hause.

Mälzers erster Tag an der Universität hinterließ bei ihm ein Gefühl der Willkommenheit und Begeisterung. Noch vor Kurzem hatte er das Konzept eines "Artist in Residence" als "dumm" abgetan – nun nutzt er die Gelegenheit, um mit Studierenden und Wissenschaftlern zusammenzuarbeiten. Sein praktischer Ansatz in der Gastronomie, der körperliche Präsenz und Multitasking erfordert, spiegelt sich auch in seiner Herangehensweise während der Residenz wider.

Im Eröffnungswerkshop lotete der Koch aus, ob vegane Apéritif-Häppchen jemals Michelin-Stern-Ansprüchen genügen könnten. Zwar hält er es theoretisch für möglich, betont aber, dass der Erfolg von einem eingespielten Team abhängt, das über längere Zeit zusammenarbeitet. Diese Haltung unterstreicht die Präzision und Geduld, die die Spitzenküche erfordert.

Ein Höhepunkt seiner Residenz wird eine Debatte über Unternehmertum mit Professor Oliver Gassmann sein. Mälzer erwartet eine hitzige Diskussion und hofft, dass jemand seine Standpunkte direkt herausfordert. Schon lange kritisiert er, dass die Gesellschaft zu oft vor Kritik zurückschreckt, und bezeichnet die aktuelle Debattenkultur als "Katastrophe". Für ihn ist Streit nicht nur produktiv – er ist eine der besten Methoden, um Ideen zu schärfen und Grenzen auszuloten.

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Mälzers Aufenthalt verbindet kulinarische Innovation mit scharfsinnigen Diskussionen über Wirtschaft und Kreativität. Seine Workshops und Debatten sollen zum Nachdenken anregen und mutige Ideenaustausche fördern. Das Square-Lernzentrum der Universität beherbergt nun einen Koch, der sich an Herausforderungen begeistert – und nicht davor zurückscheut, die Dinge durcheinanderzuwirbeln.

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