14 January 2026, 13:02

Verkehrsminister Tonne greift Bahn und Bund wegen maroder Strecke Hannover–Hamburg an

Ein Zug fährt auf Schienen neben einem hohen Gebäude, mit Strommasten und Drähten im Hintergrund.

Wo engt es sich auf der Bahnstrecke Hannover-Hamburg zu, Herr Tonne? - Verkehrsminister Tonne greift Bahn und Bund wegen maroder Strecke Hannover–Hamburg an

Niedersachsens Verkehrsminister Grant Hendrik Tonne hat die Deutsche Bahn und die Bundesregierung wegen Verzögerungen bei der Modernisierung der Bahnstrecke Hannover–Hamburg scharf kritisiert. Die stark frequentierte Strecke, die zu den am stärksten ausgelasteten Strecken Deutschlands zählt, leidet seit Langem unter Überlastung und häufigen Störungen, da sie deutlich mehr Züge bewältigen muss, als ihre veraltete Infrastruktur eigentlich zulässt. Tonne fordert von beiden Seiten nun klarere Pläne und schnellere Maßnahmen.

Die Verbindung Hannover–Hamburg zählt zu den am stärksten ausgelasteten Strecken Deutschlands: Täglich verkehren hier rund 245 Züge auf Gleisen, die ursprünglich für nur 185 ausgelegt sind. Trotz ihrer Bedeutung ist frühestens 2050 mit einem Abschluss der Ausbauarbeiten zu rechnen – ein Zeitrahmen, den Tonne als 'inakzeptabel' bezeichnet. Der Minister drängt auf sofortige Lösungen und wirft der Deutschen Bahn vor, bisher keine kurzfristigen Verbesserungsvorschläge unterbreitet zu haben.

Die Kostenschätzungen für die neue Trasse schwanken stark und liegen zwischen 8,8 und 14,1 Milliarden Euro. Tonne zeigt sich besorgt über diese finanzielle Ungewissheit und kritisiert, dass eine derart große Spanne das Vertrauen in die Projektplanung untergräbt. Zwar hat Niedersachsen eigene Empfehlungen eingereicht, doch betont der Minister, dass die Hauptverantwortung bei der Deutschen Bahn und den Bundesbehörden liegt. Die Städte Hamburg und Hannover sowie der Landkreis Lüneburg unterstützen zwar die Baupläne, Tonne macht jedoch deutlich, dass sich Niedersachsens Rolle auf beratende Mitwirkung beschränkt. Er fordert die Bundesregierung auf, mit konkreten Schritten voranzugehen, statt das Vorhaben in der Schwebe zu lassen.

Der Ausbau der Strecke Hannover–Hamburg steckt weiterhin in Verzögerungen fest, ohne dass trotz gesetzgeberischer Bemühungen verbindliche Beschlüsse zur Beschleunigung der Planung vorliegen. Tonnes Kritik unterstreicht die Kluft zwischen langfristigen Konzepten und dem dringenden Handlungsbedarf. Ohne klarere Zeitpläne und Finanzierung dürften sich die anhaltenden Kapazitätsengpässe und Zuverlässigkeitsprobleme auf der Strecke kaum kurzfristig bessern.